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Was das Getriebeöl über den Zustand Ihres Getriebes verrät

Eine Ölanalyse liefert wichtige Hinweise auf Verschleiß, Verunreinigungen und den Zustand des Schmierstoffs in einem Industriegetriebe.

Im Betrieb nimmt das Getriebeöl Verschleißpartikel auf, kommt mit den geschmierten Bauteilen in Kontakt und verändert sich durch Temperatur, Belastung und Alterung. Eine fachgerecht entnommene Ölprobe kann deshalb Informationen liefern, die bei einer rein äußeren Sichtprüfung nicht erkennbar sind.

Wir bieten im Rahmen unserer Getriebeinspektionen die Entnahme und externe Laboranalyse von Getriebeöl an. Die Laborergebnisse werden gemeinsam mit den Ergebnissen der von uns durchgeführten Getriebeuntersuchung und den bekannten Betriebsbedingungen betrachtet.

So entsteht eine zusätzliche Informationsquelle für die Beurteilung, ob Verschleiß erkennbar ist, der Schmierstoff weiter eingesetzt werden kann oder weitere Prüf-, beziehungsweise Instandsetzungsmaßnahmen erforderlich sind.

Wann ist eine Ölanalyse am Getriebe sinnvoll?

Eine Ölanalyse ist sowohl bei konkreten Auffälligkeiten als auch zur regelmäßigen Zustandsbeobachtung von Industriegetrieben sinnvoll.

Typische Anlässe sind:

• metallischer Abrieb im Öl, Filter oder Magnetabscheider
• auffällige Verfärbung oder Veränderung des Getriebeöls
• Wasser oder andere Verunreinigungen im Schmierstoff
• ungewöhnliche Geruchs- oder Schaumbildung
• erhöhte Öl- oder Lagertemperaturen
• unbekannter Schmierstoffzustand nach längerer Betriebszeit
• Kontrolle nach einem Ölwechsel
• regelmäßige Inspektion eines betriebskritischen Getriebes
• Verlängerung oder Überprüfung bestehender Ölwechselintervalle
• Vergleich mit früheren Ölproben im Rahmen einer Trendbeobachtung

Besonders aussagekräftig wird eine Ölanalyse, wenn nicht nur eine einzelne Probe betrachtet wird, sondern mehrere Analysen desselben Getriebes über einen längeren Zeitraum miteinander verglichen werden.

Was wird bei einer Getriebeölanalyse untersucht?

Der konkrete Analyseumfang richtet sich nach Getriebe, Schmierstoff und Fragestellung. Im Mittelpunkt stehen drei Bereiche: der Verschleißzustand des Getriebes, mögliche Verunreinigungen des Öls und der Zustand des Schmierstoffs selbst.

Je nach gewähltem Analyseumfang können unterschiedliche Laborverfahren miteinander kombiniert werden.

Verschleiß erkennen

Metallische Bestandteile im Getriebeöl können Hinweise auf Verschleiß an geschmierten Komponenten geben.

Je nach Analyseverfahren werden beispielsweise Eisen, Kupfer, Chrom, Aluminium oder weitere Elemente bestimmt. Art, Menge und Entwicklung der gemessenen Verschleißmetalle können Hinweise darauf geben, aus welchem Bereich des Getriebes Abrieb stammen könnte.

Zusätzliche Verfahren können auch größere magnetisierbare Eisenpartikel erfassen, die mit einer reinen Elementanalyse nur eingeschränkt erkennbar wären.

Verunreinigungen feststellen

Wasser, Staub, Fremdstoffe oder andere Verunreinigungen können die Schmierung beeinträchtigen und Verschleiß begünstigen.

Eine Laboranalyse kann abhängig vom Prüfprogramm beispielsweise Hinweise auf Wassergehalt, Fremdpartikel oder ungewöhnliche Stoffeinträge liefern.

Dadurch können Ursachen für Veränderungen des Getriebeöls frühzeitig erkannt und geeignete Gegenmaßnahmen vorbereitet werden.

Ölzustand beurteilen

Getriebeöl verändert sich während seiner Einsatzzeit durch thermische Belastung, Oxidation und mechanische Beanspruchung.

Messwerte wie Viskosität, Oxidation, Wassergehalt oder – je nach Analyseumfang – die Neutralisationszahl liefern Informationen über den Zustand und die weitere Einsatzfähigkeit des Schmierstoffs.

So lässt sich beurteilen, ob das Öl noch verwendet werden kann oder ein Ölwechsel beziehungsweise eine weitergehende Maßnahme sinnvoll ist.

Typische Analysewerte bei Getriebeöl

Welche Messwerte bestimmt werden, hängt vom gewählten Analyseumfang und der technischen Fragestellung ab. Bei Getriebeölen können unter anderem folgende Werte relevant sein:

• Verschleiß- und weitere Elemente
• PQ-Index zur Erfassung magnetisierbarer Eisenpartikel
• Viskosität
• Viskositätsindex
• IR-Spektroskopie
• Oxidationszustand
• Wassergehalt
• Neutralisationszahl
• Partikelanzahl und Reinheitsklasse
• visuelle Beurteilung des Schmierstoffs

Nicht jede Analyse muss alle genannten Parameter enthalten. Der sinnvolle Untersuchungsumfang richtet sich nach Getriebetyp, Öl, Betriebsbedingungen und der konkreten Fragestellung.

Verschleißmetalle als Hinweis auf Bauteilverschleiß

Verschleißpartikel entstehen, wenn sich Material von geschmierten Bauteilen löst und in das Getriebeöl gelangt.

Mit geeigneten Laborverfahren können unterschiedliche Metalle und Metallkombinationen bestimmt werden. Da Lager, Verzahnungen, Wellen, Käfige und weitere Komponenten aus unterschiedlichen Werkstoffen bestehen können, liefern Zusammensetzung und Konzentration der gefundenen Elemente Hinweise auf mögliche Verschleißvorgänge.

Ein einzelner Messwert reicht für eine belastbare technische Aussage jedoch nicht aus. Entscheidend sind unter anderem Getriebebauart, verwendeter Schmierstoff, Betriebsstunden, Ölstandzeit und die Entwicklung gegenüber früheren Proben.

Warum der PQ-Index bei Getriebeöl interessant ist

Bestimmte Verfahren zur Elementanalyse erfassen vor allem sehr kleine Partikel. Größere Eisenpartikel können deshalb zusätzlich über den sogenannten PQ-Index bewertet werden.

Der PQ-Index reagiert auf magnetisierbare Eisenpartikel unabhängig von deren Größe. In Verbindung mit weiteren Analysewerten kann dies zusätzliche Hinweise auf den Verschleißzustand eines Getriebes geben.

Gerade bei beginnenden Schäden an Verzahnungen oder Lagerungen ist deshalb nicht nur die Menge einzelner Elemente relevant, sondern das Gesamtbild aus mehreren Messverfahren.

Ablauf einer Ölanalyse am Industriegetriebe

Damit eine Ölprobe sinnvoll beurteilt werden kann, muss nicht nur die Probe selbst, sondern auch der technische Hintergrund des Getriebes bekannt sein. Getriebetyp, verwendetes Öl, Ölstandzeit und Betriebsbedingungen beeinflussen die Interpretation der Messwerte.

1. Ausgangssituation klären

Wir erfassen soweit verfügbar Getriebetyp, Anwendung, eingesetzten Schmierstoff, Betriebsstunden, Ölstandzeit und bekannte Auffälligkeiten. Frühere Analysen sind für Vergleich und Trendbeurteilung besonders hilfreich.

2. Ölprobe entnehmen

Die Ölprobe wird möglichst so entnommen, dass sie den tatsächlichen Zustand des im Getriebe befindlichen Schmierstoffs repräsentiert. Verunreinigungen durch ungeeignete Gefäße oder eine ungünstige Entnahmestelle sollen vermieden werden.

3. Laboranalyse

Die Ölprobe wird in einem spezialisierten Schmierstofflabor untersucht. Der Analyseumfang wird nach Getriebe und Fragestellung gewählt. Die ermittelten Werte werden in einem Laborbericht zusammengefasst und fachlich beurteilt.

4. Technische Einordnung

Die Ergebnisse werden zusammen mit den bekannten Betriebs- und Inspektionsdaten betrachtet. Daraus können Empfehlungen für Weiterbetrieb, erneute Beprobung, Ölwechsel, weitere Inspektionen oder Reparaturmaßnahmen abgeleitet werden.

Warum die richtige Probenentnahme entscheidend ist

Eine Ölanalyse ist nur so aussagekräftig wie die entnommene Probe.

Wird Öl beispielsweise aus einer schlecht durchmischten Zone, einem verschmutzten Ablassbereich oder einem ungeeigneten Behälter entnommen, können die Ergebnisse verfälscht werden.

Für wiederkehrende Analysen sollte die Probe möglichst unter vergleichbaren Bedingungen und an derselben Entnahmestelle gezogen werden. Dadurch lassen sich Veränderungen zwischen mehreren Untersuchungen wesentlich besser beurteilen.

Trendanalysen statt einzelner Momentaufnahme

Eine einzelne Ölprobe zeigt den Zustand zum Zeitpunkt der Entnahme. Besonders wertvoll wird die Schmierstoffanalyse, wenn Ergebnisse über längere Zeit miteinander verglichen werden.

Steigt beispielsweise die Konzentration eines Verschleißmetalls gegenüber früheren Proben deutlich an, kann dies auch dann relevant sein, wenn ein allgemeiner Grenzwert noch nicht überschritten wurde.

Regelmäßig wiederholte Analysen helfen deshalb, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und die Entwicklung von Öl- und Getriebezustand nachvollziehbar zu dokumentieren.

Ölanalyse als Teil der Getriebeinspektion

Eine Laboranalyse des Getriebeöls liefert wichtige Informationen, ersetzt jedoch nicht die mechanische Untersuchung des Getriebes.

Deshalb betrachten wir die Ölanalyse vorzugsweise gemeinsam mit weiteren Befunden. Im Rahmen einer Getriebeinspektion können beispielsweise äußerer Zustand, Leckagen, Schmierung, zugängliche Verzahnungen und Lagerbereiche sowie bei Bedarf schwer einsehbare Bereiche mit einem Videoendoskop untersucht werden.

Die Ölanalyse ergänzt diese Sichtprüfung um Informationen aus dem Schmierstoff. So entsteht ein wesentlich vollständigeres Bild des aktuellen Getriebezustands.

Was lässt sich aus einer Ölanalyse ableiten?

Abhängig von Analyseumfang und Befund können die Ergebnisse unterschiedliche Maßnahmen nahelegen.

Beispielsweise:

• Getriebeöl ohne unmittelbar erforderliche Maßnahme weiterverwenden
• Ölzustand weiter beobachten
• erneute Ölprobe nach verkürztem Intervall entnehmen
• Ölwechsel durchführen
• Filter beziehungsweise Ölpflege prüfen
• Ursache einer Verunreinigung untersuchen
• Getriebe gezielt mechanisch inspizieren
• Verzahnungen oder Lagerbereiche endoskopisch untersuchen
• Reparatur oder Instandsetzung vorbereiten

Die Laborwerte sind dabei keine isolierte Reparaturanweisung. Sie müssen im Zusammenhang mit Getriebe, Betrieb und weiteren Befunden technisch eingeordnet werden.

Was passiert bei auffälligen Analysewerten?

Auffällige Werte bedeuten nicht automatisch, dass ein Getriebe unmittelbar ausfallen wird. Sie zeigen jedoch, dass der Zustand genauer betrachtet werden sollte.

Je nach Befund können eine erneute Ölprobe, eine Getriebeinspektion, eine Endoskopie oder weitere Untersuchungen sinnvoll sein.

Bestätigt sich ein mechanischer Schaden, können technisch geeignete Reparaturen gegebenenfalls direkt vor Ort durchgeführt werden. Umfangreichere Instandsetzungen erfolgen in unserem Werk in Moers.

Ölanalyse oder Online-Getriebeüberwachung?

Eine Ölanalyse untersucht eine zu einem bestimmten Zeitpunkt entnommene Schmierstoffprobe. Sie eignet sich für regelmäßige Zustandskontrollen, die Beurteilung des Ölzustands und die Untersuchung konkreter Auffälligkeiten.

Bei besonders betriebskritischen und geeigneten ölumlaufgeschmierten Getrieben kann zusätzlich eine kontinuierliche Überwachung metallischer Verschleißpartikel sinnvoll sein.

Mit MetalSCAN werden metallische Partikel direkt im Ölkreislauf kontinuierlich erfasst. Ölanalyse und Online-Überwachung erfüllen damit unterschiedliche Aufgaben: Die Laboranalyse untersucht den Schmierstoff umfassend zu einem bestimmten Zeitpunkt, während MetalSCAN Veränderungen metallischer Partikel im laufenden Betrieb kontinuierlich überwacht.

Häufige Fragen zur Ölanalyse von Getriebeöl

Was kann eine Ölanalyse über ein Industriegetriebe aussagen?

Eine Getriebeölanalyse kann Hinweise auf Verschleiß, Verunreinigungen und den Zustand des eingesetzten Schmierstoffs geben. Welche Aussagen möglich sind, hängt vom Analyseumfang, den vorhandenen Betriebsdaten und der Qualität der Probe ab.

Welche Verschleißpartikel können im Getriebeöl erkannt werden?

Je nach Analyseverfahren können unterschiedliche metallische Elemente sowie magnetisierbare Eisenpartikel erfasst werden. Zusammensetzung, Menge und Entwicklung dieser Werte können Hinweise auf Verschleiß an geschmierten Getriebekomponenten geben.

Kann eine Ölanalyse einen Getriebeschaden eindeutig feststellen?

Nicht jeder Getriebeschaden lässt sich allein anhand einer Ölprobe eindeutig diagnostizieren. Auffällige Analysewerte können jedoch wichtige Hinweise auf beginnenden oder fortschreitenden Verschleiß geben und zeigen, wo weitere Untersuchungen sinnvoll sind.

Wie oft sollte Getriebeöl analysiert werden?

Ein pauschales Intervall ist nicht für jedes Getriebe sinnvoll. Anlagenkritikalität, Betriebsbedingungen, Ölalter, bisherige Befunde und Herstellerempfehlungen sollten berücksichtigt werden. Für Trendanalysen ist entscheidend, dass Proben regelmäßig und unter möglichst vergleichbaren Bedingungen entnommen werden.

Kann mit einer Ölanalyse festgestellt werden, ob das Getriebeöl noch verwendet werden kann?

Ja, der Zustand des Schmierstoffs ist ein wichtiger Bestandteil der Analyse. Messwerte wie Viskosität, Alterungszustand, Wassergehalt und je nach Prüfprogramm weitere Parameter können Hinweise darauf geben, ob das Öl weiter eingesetzt oder gewechselt werden sollte.

Warum sind frühere Ölproben für die Beurteilung wichtig?

Der Vergleich mehrerer Proben zeigt, ob sich einzelne Werte verändern. Ein deutlicher Anstieg kann technisch relevant sein, auch wenn ein allgemeiner Grenzwert noch nicht erreicht wurde. Trendanalysen ermöglichen deshalb häufig eine frühere Erkennung von Veränderungen als eine isolierte Einzelprobe.

Wird die Ölanalyse von momac selbst im Werk durchgeführt?

Die Laboruntersuchung der Ölprobe erfolgt in einem spezialisierten Schmierstofflabor. momac nutzt die Ergebnisse im Zusammenhang mit den technischen Informationen zum Getriebe und weiteren Befunden für die Beurteilung des weiteren Vorgehens.

Ist eine Ölanalyse Bestandteil einer Getriebeinspektion?

Sie kann die Getriebeinspektion sinnvoll ergänzen. Während die mechanische Inspektion sichtbare Auffälligkeiten an Getriebe, Verzahnungen und Lagerbereichen untersucht, liefert die Laboranalyse zusätzliche Informationen aus dem Getriebeöl.

Ölanalyse für Ihr Industriegetriebe anfragen

Sie möchten den Zustand des Getriebeöls untersuchen lassen oder eine Ölanalyse mit einer Getriebeinspektion verbinden?

Senden Sie uns Hersteller, Getriebetyp, Anwendung, eingesetzten Schmierstoff und – soweit bekannt – Betriebsstunden, Ölstandzeit und bestehende Auffälligkeiten. Frühere Laborberichte können für eine Trendbeurteilung ebenfalls hilfreich sein.