momac Getriebe

Inspektion – Diagnose – Handlungsempfehlung

Bei einer Getriebeinspektion untersuchen wir Ihre Industriegetriebe direkt bei Ihnen in der Produktion – von außen und von innen und ohne lange Betriebsunterbrechungen.

Wir beurteilen den technischen Zustand, erkennen Verschleiß und beginnende Schäden frühzeitig und geben konkrete Empfehlungen für den weiteren Betrieb oder erforderliche Reparaturmaßnahmen. Ziel ist es, größere Getriebeschäden und längere Produktionsausfälle möglichst zu vermeiden. Unsere Getriebefachleute prüfen Ihr Getriebe systematisch auf Auffälligkeiten, Leckagen, den Zustand der Schmiermittel sowie zugängliche Lager- und Verzahnungsbereiche. Nicht ausreichend einsehbare Bereiche untersuchen wir mit Videoendoskopen.

Die Ergebnisse der Getriebeinspektion werden dokumentiert und technisch beurteilt. Sie erhalten von uns eine belastbare Information über den aktuellen Zustand Ihres Getriebes und bei festgestellten Getriebeschäden eine konkrete Handlungs- bzw. Instandsetzungsempfehlung.

Getriebeendoskopie im Rahmen einer von momac vor Ort durchgeführten Getriebeinspektion zur frühen Erkennung von beginnenden Getriebeschäden

Wann ist eine Getriebeinspektion sinnvoll?

Eine Inspektion ist nicht erst bei einem akuten Getriebeschaden sinnvoll. Gerade bei betriebskritischen oder älteren Industriegetrieben hilft eine regelmäßige Zustandsbeurteilung, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und notwendige Maßnahmen in geplante Stillstandszeiten zu legen. Typische Gründe für eine Getriebeinspektion sind:

  • Beurteilung eines älteren oder besonders betriebskritischen Getriebes
  • Getriebeinspektion im Vorfeld eines Wartungs- bzw. Revisionsstillstand Ihrer Anlage
  • ungewöhnliche oder veränderte Getriebegeräusche
  • erhöhte Lager-, Gehäuse- oder Öltemperaturen
  • Leckagen oder auffälliger Ölverlust
  • metallischer Abrieb im Ölfilter oder Magnetabscheider, Veränderungen des Schmieröls
  • unbekannter Getriebezustand nach längerer Betriebs- oder Einlagerungszeit

Was wird bei einer Getriebeinspektion untersucht?

Der konkrete Prüfumfang richtet sich nach Getriebebauart, Einbausituation, Betriebsbedingungen und Aufgabenstellung. Eine vollständige Getriebeinspektion betrachtet nicht nur einzelne Bauteile, sondern das Getriebe als mechanisches Gesamtsystem. Dabei unterscheiden wir zwischen der Untersuchung des äußeren Zustands und der Prüfung der zugänglichen Bereiche im Getriebeinneren.

Äußere Untersuchung des Getriebes

Vor dem Öffnen des Getriebes wird zunächst der äußerlich erkennbare Zustand beurteilt. Dabei achten unsere Getriebefachleute insbesondere auf Auffälligkeiten, die Hinweise auf Verschleiß, Schmierungsprobleme oder mechanische Veränderungen geben können.

Je nach Getriebe und Einbausituation werden unter anderem betrachtet:

• Undichtigkeiten und Ölverlust
• Gehäuse und von außen sichtbare Beschädigungen
• Befestigungen und Einbausituation
• auffällige Temperaturen
• ungewöhnliche Geräusche
• Schmierung und Ölversorgung
• Funktion vorhandener Schmierpumpen
• Zustand vorhandener Filter
• sichtbare Auffälligkeiten an Dichtungen und Anbauteilen

Festgestellte Auffälligkeiten werden dokumentiert und bei der anschließenden inneren Untersuchung berücksichtigt.

Innere Untersuchung des Getriebes

Für die innere Inspektion werden vorhandene Schauloch-, Wartungs- oder Inspektionsdeckel sowie weitere geeignete Zugänge genutzt. Abhängig von Bauart und Ölstand kann es erforderlich sein, das Getriebeöl abzulassen.

Untersucht werden die zugänglichen Bereiche von Lagerungen, Verzahnungen und weiteren Getriebekomponenten. Besonderes Augenmerk liegt auf sichtbaren Verschleißmerkmalen und ungewöhnlichen Laufbildern.

Geprüft werden – soweit konstruktiv einsehbar – unter anderem:

• Zahnflanken und Zahneingriffe
• sichtbare Bereiche von Wälzlagern
• Lauf- und Tragbilder
• erkennbare Verschleiß- oder Schadensstellen
• Zustand des Getriebeinnenraums
• Schmiermittelzustand (Ölanalyse)
• Ablagerungen im Getriebe

Nicht alle Bereiche eines Getriebes können über vorhandene Inspektionsöffnungen direkt eingesehen werden. Dort setzen wir dann die Getriebeendoskopie ein.

Getriebeendoskopie

Mit einem Videoendoskop können wir auch Bereiche untersuchen, die beim Öffnen eines Schauloch- oder Inspektionsdeckels nicht direkt sichtbar sind.

Die dünne Endoskopsonde wird über vorhandene und technisch geeignete Öffnungen in das Getriebe eingeführt. Dadurch lassen sich je nach Getriebekonstruktion zusätzliche Bereiche von Verzahnungen, Lagern und weiteren Bauteilen betrachten. Bild- und Videoaufnahmen ermöglichen eine detaillierte Dokumentation auffälliger Stellen und können auch für spätere Vergleichsuntersuchungen genutzt werden.

Die Getriebeendoskopie ersetzt dabei nicht die fachliche Gesamtinspektion Ihrer Getriebe. Sie erweitert die visuelle Prüfung und ermöglicht unseren Getriebespezialisten, schwer zugängliche Bereiche in die Zustandsbeurteilung einzubeziehen.

Video Endoskopie von defekten Lagern in einem Getriebe im Rahmen einer Getriebeinspektion

Ölanalyse als Ergänzung zur Getriebeinspektion

Das Getriebeöl kann zusätzliche Hinweise auf den Zustand des Getriebes liefern. Auffälligkeiten im Schmierstoff, Verunreinigungen oder Verschleißpartikel können Informationen liefern, die bei einer rein visuellen Untersuchung nicht unmittelbar erkennbar sind.

Abhängig von Aufgabenstellung und Getriebe kann deshalb eine Ölprobe entnommen und analysiert werden. Die Ergebnisse werden zusammen mit den übrigen Befunden der Getriebeinspektion betrachtet.

Eine Ölanalyse ist insbesondere dann sinnvoll, wenn Veränderungen des Schmierstoffs festgestellt wurden, metallischer Abrieb vorhanden ist oder die Entwicklung des Getriebezustands über mehrere Untersuchungen verfolgt werden soll.

Ablauf einer Getriebeinspektion vor Ort

Der genaue Ablauf wird auf das Getriebe, die Anlage und das verfügbare Stillstandsfenster abgestimmt. Vor dem Einsatz klären wir deshalb möglichst genau, welches Getriebe untersucht werden soll und welche Auffälligkeiten bereits bekannt sind.

1. Vorbereitung

Vor dem Einsatz stimmen wir Getriebetyp, Hersteller, Anwendung, Betriebsbedingungen und bekannte Auffälligkeiten ab. Typenschilddaten, Zeichnungen, Fotos und frühere Prüfberichte helfen bei der Vorbereitung.

2. Äußere Prüfung

Zunächst wird der äußerlich erkennbare Zustand beurteilt. Leckagen, Temperaturen, Geräusche, Schmierung und weitere Auffälligkeiten werden aufgenommen und dokumentiert.

3. Innere Prüfung

Nach Sicherung des Getriebes werden geeignete Inspektionsöffnungen genutzt. Zugängliche Lager- und Verzahnungsbereiche werden visuell und bei Bedarf endoskopisch untersucht.

4. Beurteilung

Die aufgenommenen Befunde werden technisch beurteilt und dokumentiert. Daraus ergeben sich Empfehlungen für Weiterbetrieb, Wartung, Reparatur oder weitergehende Instandsetzung.

Welche Schäden und Auffälligkeiten können erkannt werden?

Veränderungen an Verzahnungen, Lagerbereichen und Schmierung geben wichtige Hinweise auf beginnenden oder bereits fortgeschrittenen Verschleiß.

Zu typischen Befunden gehören beispielsweise:

• auffällige Zahnflanken und Laufbilder
• Verschleiß oder Beschädigungen an Verzahnungen
• erkennbare Veränderungen an zugänglichen Lagerbereichen
• metallischer Abrieb
• Verunreinigungen oder Ablagerungen
• Leckagen
• beschädigte Dichtungen
• auffällige Temperaturen
• ungewöhnliche Betriebsgeräusche

Zustandsbeurteilung und Handlungsempfehlung

Eine von uns durchgeführte Getriebeinspektion gibt Ihnen eine konkrete Entscheidungsgrundlage. Deshalb endet unsere Arbeit nicht bei der Aufnahme von Bildern und Befunden.
Die festgestellten Auffälligkeiten werden von unseren Getriebefachleuten technisch beurteilt und hinsichtlich des weiteren Handlungsbedarfs eingeordnet.

Abhängig vom Befund kann die Empfehlung beispielsweise lauten:

• Weiterbetrieb ohne unmittelbar erforderliche Maßnahme
• Weiterbetrieb mit gezielter Beobachtung oder erneuter Kontrolle
• Reparatur einzelner Komponenten direkt vor Ort
• Planung einer Instandsetzung im nächsten Stillstandsfenster
• kurzfristige Instandsetzung bei fortgeschrittenem Schadensbild

Welche Lagergeräusche im Getriebe können auf einen Lagerschaden hinweisen?

Metallische Lagergeräusche können auf eine Überlastung des Lagers oder auf einen Einbaufehler des Lagers hinweisen. Mangelschmierung durch zu niedrigen Ölstand kann ebenfalls zu auffälligen Lagergeräuschen führen und die Verzahnung beschädigen, was zu massiven Getriebeschäden führen kann. Eher gleichmäßig erhöhte Lagergeräusche deuten eher auf einen Schaden an einer Lagerlaufbahn hin.

Auffällige Lagergeräusche können z. B. verursacht werden durch

  • hörbarer Verschleiß am Ende der Lagerlebensdauer
  • Stillstandsmarken am Lager
  • Pitting-Bildung oder
  • Beschädigungen der Laufbahnen durch eingedrungene Fremdkörper

Was sind die Ursachen für Lagerschäden an Getrieben?

Die mit Abstand häufigste Ursache für Lagerschäden in Getrieben sind Schmierungsprobleme. Verunreinigungen im Getriebeöl, falsches Getriebeöl, altes Getriebeöl oder zu wenig Getriebeöl sind zusammen für mehr als 2/3 aller Lagerschäden in Getrieben verantwortlich. Aber auch Einbaufehler, mechanische Überlastung des Getriebes oder Materialfehler am Lager können zu Lagerschäden in Getrieben führen.

Was sind die Ursachen für einen Temperaturanstieg an Lagern?

Ein ungewöhnlicher Anstieg der Lagertemperatur deutet auf eine erhöhte Reibung hin. Diese kann z. B. durch zu wenig oder zu viel Getriebeöl verursacht werden. Eine Überfüllung des Getriebes mit Öl kann nicht nur zu erhöhten Lagertemperaturen, sondern auch zu Ölaustritt an den Lagerstellen führen.

Eine erhöhte Belastung des Getriebes oder Einbaufehler wie z.B. Fluchtfehler können ebenfalls zu einer Temperaturerhöhung im Getriebe führen.
Bei Getrieben mit Ölkühler können auch Probleme im Kühlkreislauf des Getriebes zu erhöhten Lager- bzw. Öltemperaturen führen.

Dokumentation der Getriebeinspektion

Die Ergebnisse der Inspektion werden nachvollziehbar dokumentiert. Auffällige Bauteile und Schadensbereiche können durch Fotos beziehungsweise endoskopische Bild- und Videoaufnahmen festgehalten werden.

Der Befundbericht fasst die wesentlichen Ergebnisse der Untersuchung zusammen und ordnet erkannte Auffälligkeiten technisch ein.

Dadurch stehen die Ergebnisse nicht nur unmittelbar nach der Inspektion zur Verfügung. Sie können auch bei späteren Kontrollen zum Vergleich des Getriebezustands herangezogen werden.

Was passiert bei einem festgestellten Schaden?

Wird bei der Inspektion ein reparaturbedürftiger Schaden festgestellt, prüfen wir, welche Maßnahme technisch sinnvoll ist.
Bestimmte Lager-, Dichtungs- und mechanische Arbeiten können abhängig von Getriebe, Schadensbild und Zugänglichkeit direkt vor Ort durchgeführt werden.

Erfordert der Schaden eine umfangreichere Demontage, mechanische Bearbeitung oder den Austausch von Verzahnungsteilen, kann die Instandsetzung in unserem Getriebe-Instandsetzungswerk in Moers vorbereitet werden.

Auf Wunsch können auch Ausbau, Transport, Instandsetzung und Wiedereinbau des Getriebes in die weitere Planung einbezogen werden.

Getriebeinspektion bei älteren Industriegetrieben

Gerade bei älteren Industriegetrieben ist eine rechtzeitige Zustandsbeurteilung besonders wichtig. Originalunterlagen sind nicht immer vollständig vorhanden, Ersatzteile können abgekündigt sein und für einen ungeplanten Ausfall steht oftmals kein kurzfristig verfügbares Ersatzgetriebe bereit. Bei solchen Getrieben hilft eine regelmäßige Inspektion, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und erforderliche Reparaturen zu planen.

Werden im Rahmen der Inspektion beschädigte oder verschlissene Bauteile festgestellt, können bei fehlenden Ersatzteilen oder Zeichnungsunterlagen vorhandene Verzahnungen vermessen, technisch reengineert und neu gefertigt werden. Dadurch lassen sich auch ältere Industriegetriebe wirtschaftlich instand setzen, wenn der ursprüngliche Hersteller benötigte Komponenten nicht mehr liefern kann.

Herstellerunabhängige Inspektion von Industriegetrieben

momac führt Getriebeinspektionen herstellerunabhängig an unterschiedlichen Bauarten und Anwendungen durch. Dazu gehören:

  • Stirnradgetriebe
  • Kegelradgetriebe
  • Planetengetriebe und
  • alle Kombinationen daraus

Getriebeinspektion oder Online-Getriebeüberwachung?

Eine Getriebeinspektion liefert eine Zustandsbeurteilung zu einem bestimmten Zeitpunkt. Sie eignet sich für regelmäßige Kontrollen, geplante Stillstände sowie zur Untersuchung konkreter Auffälligkeiten.

Bei besonders betriebskritischen Getrieben empfehlen wir die Installation einer kontinuierlichen Online-Überwachung (Online-CMS).
Mit dem von uns angebotenen MetalSCAN können bei ölumlaufgeschmierten Getrieben von beginnenden Getriebeschäden stammende metallische Verschleißpartikel im Schmieröl zuverlässig und kostengünstig erkannt werden, auch bei „schwarzem“ Getriebeöl.

Getriebeinspektion und Online-Überwachung erfüllen somit unterschiedliche Aufgaben:

  • Die Inspektion ermöglicht die gezielte fachliche Untersuchung des Getriebes, während
  • MetalSCAN Veränderungen im laufenden Betrieb kontinuierlich überwacht.

Häufige Fragen zur Getriebeinspektion

Kann ein Industriegetriebe im eingebauten Zustand untersucht werden?

Ja. Die Getriebeinspektion wird am eingebauten Getriebe durchgeführt. Je nach Getriebe und Vorbereitungsgrad der Getriebeinspektion können mehrere Getriebe an einem Tag inspiziert werden.

Muss das Getriebe für eine Inspektion vollständig zerlegt werden?

Nein. Bei einer Vor-Ort-Inspektion wird die Beurteilung des Getriebes ohne vollständige Demontage durchgeführt. Über Schauloch- und Inspektionsdeckel sowie mithilfe eines Videoendoskops können viele relevante Bereiche untersucht werden. Eine weitergehende Demontage ist nur erforderlich, wenn die Aufgabenstellung oder ein festgestellter Schaden dies notwendig macht.

Muss für eine Getriebeendoskopie das Öl abgelassen werden?

Das hängt von Bauart, Ölstand, Zugangsöffnung und dem zu untersuchenden Bereich ab. Für bestimmte Untersuchungen kann es erforderlich sein, einen Teil oder das gesamte Getriebeöl abzulassen. Dies wird vor beziehungsweise während der Inspektion anhand der konkreten Einbausituation festgelegt.

Was ist der Unterschied zwischen Getriebeinspektion und Getriebeendoskopie?

Die Getriebeinspektion umfasst die gesamte technische Untersuchung und Zustandsbeurteilung des Getriebes. Die Endoskopie ist eines der dabei eingesetzten Prüfverfahren. Sie dient insbesondere dazu, schwer zugängliche Bereiche im Getriebeinneren visuell zu untersuchen.

Erhalte ich nach der Getriebeinspektion eine Handlungsempfehlung?

Ja. Die festgestellten Befunde werden technisch beurteilt. Daraus leiten wir Empfehlungen für den möglichen Weiterbetrieb und gegebenenfalls notwendige Wartungs-, Reparatur- oder Instandsetzungsmaßnahmen ab.

Kann momac einen festgestellten Getriebeschaden anschließend reparieren?

Ja. Abhängig von Schadensbild und Zugänglichkeit können bestimmte Reparaturen direkt vor Ort durchgeführt werden. Umfangreichere Instandsetzungen erfolgen in unserem Werk in Moers. Dadurch können Erkenntnisse aus der Inspektion unmittelbar in die weitere Reparaturplanung einfließen.

Getriebezustand beurteilen lassen – Ihre Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Inspektion Ihrer Getriebe:

Sie möchten wissen, in welchem technischen Zustand sich ein Industriegetriebe befindet oder ob auffällige Geräusche, Temperaturen, Leckagen oder andere Veränderungen auf einen beginnenden Schaden hindeuten?

Senden Sie uns Hersteller, Getriebetyp, Anwendung, Standort und – wenn vorhanden – Fotos, Typenschilddaten oder technische Unterlagen. Unsere Getriebefachleute prüfen, wie die Inspektion sinnvoll vorbereitet und durchgeführt werden kann.