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Metallischen Verschleiß im Getriebe online erkennen

MetalSCAN überwacht metallische Verschleißpartikel direkt im Ölkreislauf eines Industriegetriebes.

Der Partikelsensor zählt Eisen- und Nichteisenmetallpartikel, klassifiziert deren Größe beziehungsweise Masse und verfolgt, wie sich der Metallabrieb während des Betriebs entwickelt. Steigt die Partikelrate deutlich an, gibt es einen konkreten Grund, das Getriebe genauer zu untersuchen.

Für den Instandhalter oder Produktionsverantwortlichen entsteht eine klare Frühwarnung, ohne dauerhaft komplexe Schwingungsspektren beurteilen zu müssen.

MetalSCAN eignet sich besonders für produktionskritische Industriegetriebe, bei denen ein überraschender Getriebeausfall hohe Kosten verursacht und Ersatzgetriebe nicht kurzfristig verfügbar ist.

MetalSCAN 3500, Sensor zur online Überwachung von ölumlaufgeschmierten Getrieben, zuverlässige und preiswerte Getriebeüberwachung, Condition Monitoring (Zustandsüberwachung) für Getriebe ohne aufwendige Auswertungen und notwendige Expertenkenntnisse.

Was MetalSCAN im Getriebeöl misst

Bei Schäden und zunehmendem Verschleiß an Lagern und Verzahnungen entsteht immer metallischer Abrieb. Bei einer Umlaufschmierung gelangen diese Partikel in den Ölstrom. Genau dort misst MetalSCAN. Das induktive Messprinzip erfasst metallische Partikel, unabhängig davon, ob das Getriebeöl hell, dunkel oder stark gealtert ist.

Kontinuierlich erfasst werden:

  • ferromagnetische Metallpartikel
  • nichtferromagnetische Metallpartikel
  • Partikelgrößen beziehungsweise Größenklassen
  • Partikelrate
  • ferromagnetische Partikelmasse und deren Entwicklung
  • Öltemperatur

Aus dem zeitlichen Verlauf entsteht ein klarer Verschleißtrend. MetalSCAN untersucht nicht den allgemeinen Zustand des Schmierstoffs.
Dafür ist die klassische Ölanalyse zuständig. Der Sensor beobachtet gezielt den metallischen Abrieb.

Partikel kontinuierlich zählen statt auf Symptome warten

Geräusche, Temperaturanstieg oder auffällige Schwingungen zeigen meist erst die Auswirkungen eines bereits laufenden Verschleißprozesses.

MetalSCAN setzt direkt am Verschleiß an. Metallpartikel entstehen dort, wo an Lagern oder Verzahnungen Material abgetragen wird. Der Sensor erfasst diese Partikel fortlaufend im Ölstrom – auch dann, wenn das Getriebe von außen noch unauffällig läuft.

So entsteht zusätzliche Vorwarnzeit, ohne auf den nächsten Rundgang, eine Ölprobe oder eine Schwingungsmessung warten zu müssen.

Zuverlässige Warnung statt permanenter Tiefenanalyse

Für Betreiber und Instandhalter zählt vor allem eine Frage:

  • Hat das Getriebe einen Getriebeschaden oder nicht?
  • Wenn ja, hält das Getriebe bis zum nächsten geplanten Stillstand durch?

Genau hier setzt MetalSCAN an. Bleibt die Zahl der metallischen Verschleißpartikel unauffällig, gibt es keinen Hinweis auf einen sich entwickelnden Getriebeschaden.
Steigt die Partikelrate, zeigt der Verlauf zugleich, wie schnell sich der Schaden entwickelt:

  • Ein langsam fortschreitender Schaden führt typischerweise zu einem allmählichen Anstieg,
  • ein schneller Schadensverlauf zu einem deutlich steileren Anstieg und größeren Partikeln.

So wird aus der Partikelzählung nicht nur eine Warnung, sondern eine belastbare Grundlage für die Entscheidung, ob das Getriebe weiterlaufen kann oder ein Eingriff vorbereitet werden muss.

Für welche Industriegetriebe ist eine Online-Getriebeüberwachung mit MetalSCAN interessant?

MetalSCAN ist für produktionsrelevante Industriegetriebe interessant, bei denen ein überraschender Ausfall erhebliche Folgen hätte. Besonders relevant wird die Überwachung, wenn kein Ersatzgetriebe auf Lager liegt, Ersatz nicht innerhalb weniger Tage verfügbar ist oder eine Reparatur längere Vorbereitungs- und Fertigungszeiten benötigt.

Typische Einsatzfälle:

  • zentrale Produktions- und Prozessantriebe
  • Getriebe ohne kurzfristig verfügbaren Ersatz
  • ältere und kundenspezifische Sondergetriebe
  • Getriebe mit langen Ersatzteil-Liefer- oder Instandsetzungszeiten
  • sehr langsam laufende Getriebe und ölgeschmierte Lagerungen
  • mehrstufige Planetengetriebe
  • Getriebe mit stark wechselnden Drehzahlen oder Lastzuständen
  • Anlagen, bei denen eine permanente Schwingungsüberwachung technisch aufwendig oder wirtschaftlich nicht sinnvoll ist

Gerade bei sehr niedrigen Drehzahlen, wechselnden Betriebsbedingungen oder komplexen Planetengetrieben wird die Schwingungsdiagnose anspruchsvoller. MetalSCAN benötigt weder Lagerfrequenzen noch vollständige Verzahnungsdaten oder Referenzspektren aus dem Neuzustand. Gemessen wird der metallische Abrieb im Ölstrom.

Das macht die Partikelzählung insbesondere für ältere Getriebe mit unvollständiger Dokumentation interessant.

MetalSCAN MS3500 – drei Sensorgrößen für unterschiedliche Ölvolumenströme

Die MetalSCAN-MS3500-Serie arbeitet als Full-Flow-Sensor im Schmierölkreislauf. Die passende Sensorgröße richtet sich vor allem nach Ölvolumenstrom und Leitungsquerschnitt.

MS3505

Sensorbohrung: 8 mm
Ölvolumenstrom: 0,5 bis 12 l/min

Geeignet für kleinere Schmierölkreisläufe und Nebenstromanwendungen.

MS3510

Sensorbohrung: 25 mm
Ölvolumenstrom: 10 bis 300 l/min

Für mittlere Ölkreisläufe an Industrie- und Großgetrieben.

MS3515

Sensorbohrung: 38 mm
Ölvolumenstrom: 38 bis 1.000 l/min

Für große Schmierölkreisläufe und hohe Volumenströme.

Elektrische Schnittstellen

MetalSCAN lässt sich in fast alle vorhandenen Steuerungs- und Condition-Monitoring-Strukturen integrieren. Verfügbar sind:

  • Modbus TCP über Ethernet
  • optional Modbus RTU über RS-485
  • konfigurierbare Warn- und Alarmgrenzen
  • Partikelrate Fe und NFe
  • Größenklassen
  • ferromagnetische Partikelmasse
  • Temperaturwert
  • integrierte Selbstüberwachung

Die Daten lassen sich in SPS, HMI, CMS oder SCADA weiterverarbeiten.
Wenn MetalSCAN nicht in Ihr zentrales Leit- oder Überwachungssystem eingebunden werden soll, steht Software zur Verfügung, mit der Sie MetalSCAN als Stand-alone-Lösung betreiben können, ohne auf Ihre Leittechnik Rücksicht nehmen zu müssen.

Für den Industrieeinsatz gebaut

Die MS3500-Sensoren sind für raue Betriebsbedingungen ausgelegt.

Technische Eckdaten:

  • Schutzart IP66/67
  • maximaler Öldruck 20 bar
  • Öltemperatur -40 °C bis +85 °C
  • bidirektionale Durchströmung
  • keine beweglichen Teile
  • keine regelmäßige Kalibrierung erforderlich
  • Betrieb mit mineralischen und synthetischen Schmierölen

Die Sensoren erfüllen ASTM D7917.

Was passiert bei einer MetalSCAN-Warnung?

Ein Alarm bedeutet nicht automatisch, dass das Getriebe sofort abgeschaltet werden muss. Zuerst wird immer der Verlauf betrachtet:

  • Wie stark steigt die Partikelrate?
  • Seit wann?
  • Hat sich Last, Drehzahl oder Betriebsweise verändert?

Danach wird das Getriebe untersucht. MetalSCAN ist Ihre Alarmanlage. Die Diagnose folgt im nächsten Schritt.

1. Trend prüfen

Partikelrate, Partikelmasse und Betriebsbedingungen werden betrachtet.

2. Getriebe untersuchen

Filter, Ölversorgung, zugängliche Verzahnungen und Lagerbereiche werden geprüft.

3. Ursache eingrenzen

Videoendoskopie und Ölanalyse ergänzen die Partikelinformation. Nach der Getriebeuntersuchung können von uns direkt Reparaturmaßnahmen vorgeschlagen werden.

4. Instandhaltung planen

Abhängig vom Schaden werden Ersatzteile beschafft und die Vor-Ort-Reparatur oder Instandsetzung in ein geeignetes Stillstandsfenster geplant.

MetalSCAN und Schwingungsmessung erfüllen unterschiedliche Aufgaben

Eine Schwingungsanalyse liefert tiefe diagnostische Informationen. Lager- und Verzahnungs-frequenzen, Seitenbänder oder andere Signalanteile helfen dabei, eine Auffälligkeit einzugrenzen.

MetalSCAN arbeitet anders. Der Sensor verfolgt nicht die Schwingungsreaktion des Getriebes, sondern den metallischen Abrieb im Ölstrom. Wer eine detaillierte Fehlerdiagnose benötigt, nutzt die Schwingungsanalyse.

Wer zunächst zuverlässig wissen möchte, ob ungewöhnlicher Verschleiß sich zu einem Getriebeschaden entwickelt, bekommt mit MetalSCAN eine sehr direkte Zustandsinformation.

Keine Ölprobe ersetzen – sondern die Lücke
zwischen zwei Probeentnahmen schließen

Eine Laboranalyse untersucht weit mehr als Metallabrieb.
Viskosität, Wasser, Oxidation, Additive und Verunreinigungen gehören zu den möglichen Prüfparametern.

MetalSCAN ersetzt diese Untersuchungen nicht. Der Sensor läuft permanent mit dem Getriebe und zeigt, ob sich der metallische Verschleiß zwischen zwei Ölproben verändert.

Laboranalyse und Online-Partikelüberwachung ergänzen sich.

Bewährte MetalSCAN-Technologie

Die aktuelle MS3500-Serie ist die fünfte MetalSCAN-Generation. Weltweit wurden nach Herstellerangaben inzwischen mehr als 50.000 MetalSCAN-Sensoren ausgeliefert.

Der Hersteller entwickelt Oil-Debris-Monitoring-Systeme seit Jahrzehnten für Luftfahrt, Marine, Gasturbinentechnik und  Getriebe mit besonders hohen Belastungen, wie zum Beispiel Windgetriebe.
Wir haben uns auf Industrieanwendungen spezialisiert: kritische Getriebe, lange Ersatzteil-Lieferzeiten und Anlagen, bei denen ein plötzlicher oder langer Stillstand teuer wird.

Für ältere Getriebe besonders interessant

Bei älteren Industriegetrieben fehlen häufig Referenzmessungen aus dem Neuzustand, vollständige Zeichnungen oder genaue Kinematikdaten.

MetalSCAN braucht diese Daten nicht, um Metallpartikel im Ölstrom zu erfassen. Gerade bei alten Sondergetrieben lässt sich so eine zusätzliche Online-Überwachung nachrüsten, ohne zuerst ein vollständiges Schwingungsmodell des Getriebes aufzubauen.

Nicht für jedes Getriebe die richtige Lösung

MetalSCAN überwacht metallischen Verschleiß an Komponenten von ölumlaufgeschmierten Getrieben.
Bei Getrieben ohne Ölstrom kann MetalSCAN durch Einsatz eines kleinen Filteraggregates nachgerüstet werden.
Durch die Nachrüstung würde zusätzlich die Ölreinheit aufgrund der nachgerüsteten Filterung verbessert werden.

MetalSCAN Anwendungsbeispiele

MetalSCAN wird an unterschiedlichen Industriegetrieben und rotierenden Maschinen eingesetzt. Auf unserer Beispielseite zeigen wir Anwendungen unter anderem an Kran- und Extrudergetrieben sowie Beispiele aus der Windenergie.

Häufige Fragen zu MetalSCAN

Was ist MetalSCAN?

MetalSCAN ist ein Sensor zur Online-Überwachung metallischer Verschleißpartikel im Schmieröl von Getrieben oder ölgeschmierten Lagern. Er wird in den Ölkreislauf integriert und erfasst ferromagnetische und nichtferromagnetische Metallpartikel während des laufenden Betriebs. MetalSCAN ist besonders dort eine Alternative, wo eine permanente Schwingungsüberwachung technisch aufwendig, aufgrund der Betriebsbedingungen schwerer auszuwerten oder wirtschaftlich nicht sinnvoll ist.

Welche Schäden erkennt MetalSCAN?

MetalSCAN reagiert auf metallischen Abrieb von ölbenetzten Komponenten. Bei Industriegetrieben stehen vor allem Lager- und Verzahnungsschäden im Fokus. Der Sensor meldet die Entwicklung des metallischen Verschleißes; die genaue Schadensstelle wird anschließend mit geeigneten Diagnoseverfahren untersucht.

Wo wird MetalSCAN eingebaut?

Bei Getrieben mit Umlaufschmierung wird der Sensor in die Ölleitung eingebaut, bevorzugt zwischen Pumpe und Filter. Bei Getrieben ohne Ölumlaufschmierung kann ein separates Filteraggregat mit einem MetalSCAN-Sensor zum Einsatz kommen, so dass auch solche Getriebe zuverlässig überwacht werden können.

Kann MetalSCAN bei jedem Industriegetriebe nachgerüstet werden?

Ja. Bei vorhandener Umlaufschmierung lässt sich der Sensor häufig direkt in den Ölkreislauf integrieren. Für Getriebe ohne Ölkreislauf bieten wir ein kompaktes Filteraggregat an, in das MetalSCAN integriert ist. Das Aggregat wird an der Ölablassschraube angeschlossen. Der Rücklauf erfolgt an geeigneter Stelle auf der Getriebeoberseite, z. B. über einen nachgerüsteten Anschluss am Getriebedeckel oder andere vorhandene Anschlussmöglichkeiten.

Funktioniert MetalSCAN auch bei sehr dunklem Getriebeöl?

Ja. MetalSCAN arbeitet induktiv und benötigt kein optisch transparentes Öl. Sehr dunkles oder schwarzes Getriebeöl verhindert die Erfassung metallischer Partikel nicht.

Muss MetalSCAN regelmäßig kalibriert werden?

Nein, die MS3500-Serie benötigt keine Kalibrierung. Die Sensoren besitzen außerdem eine integrierte Selbstüberwachung.

Welche Schnittstellen besitzt MetalSCAN?

Die aktuellen MS3500-Sensoren unterstützen Modbus TCP über Ethernet. Eine Variante mit Modbus RTU über RS-485 ist ebenfalls verfügbar. Dadurch lassen sich die Daten in SPS-, CMS-, HMI- oder SCADA-Strukturen einbinden.

Ersetzt MetalSCAN eine Schwingungsmessung?

Nein. MetalSCAN und Schwingungsanalyse messen unterschiedliche Zustandsgrößen. MetalSCAN verfolgt metallischen Abrieb im Öl. Die Schwingungsanalyse untersucht das dynamische Verhalten des Getriebes und eignet sich besonders zur detaillierten Fehlerdiagnose. MetalSCAN ist aber dort eine Alternative, wo eine permanente Schwingungsüberwachung technisch aufwendig, aufgrund der Betriebsbedingungen schwerer auszuwerten oder wirtschaftlich nicht sinnvoll ist.

Ersetzt MetalSCAN eine Ölanalyse?

Nein. Eine Laboranalyse untersucht neben Verschleißmetallen auch Schmierstoffzustand, Wasser, Viskosität, Oxidation und weitere Parameter. MetalSCAN konzentriert sich auf die Online-Überwachung metallischer Verschleißpartikel.

Was passiert bei einem MetalSCAN-Alarm?

Der Partikelanstieg pro Zeiteinheit und die absolute Partikelanzahl werden überwacht. Wenn Warn- oder Alarmgrenzen überschritten werden, erfolgt ein Alarm. Danach folgen Getriebeuntersuchung, Filterkontrolle und Ölanalyse. Aus diesen Befunden ergibt sich, ob ein kontrollierter Weiterbetrieb möglich ist oder eine Reparatur vorbereitet werden sollte.

MetalSCAN für Ihr Industriegetriebe prüfen lassen

Sie möchten ein kritisches Industriegetriebe online auf metallischen Verschleiß überwachen und nicht mehr von einem unerkannten Getriebeschaden überrascht werden?
Senden Sie uns Hersteller, Getriebetyp, Anwendung und – soweit vorhanden – Angaben zu Schmierung, Ölvolumenstrom und Leitungsquerschnitt. Fotos vom Getriebe und vom vorhandenen Ölkreislauf helfen bei der ersten technischen Prüfung. Wir prüfen Sensorgröße, Einbauposition und Datenanbindung und klären, ob MetalSCAN für das Getriebe sinnvoll eingesetzt werden kann.