momac Getriebe

Innen prüfen, ohne das Getriebe vollständig zu demontieren

Mit der Getriebeendoskopie untersuchen wir schwer einsehbare Bereiche von Industriegetrieben direkt bei Ihnen vor Ort. Dabei können Verzahnungen, Lager und weitere über Schauloch- oder Inspektionsdeckel nicht sichtbare Bereiche mit einem modernen Videoendoskop untersucht und dokumentiert werden.

Eine 3,9 mm dünne Endoskopsonde ermöglicht zusätzliche Einblicke in das Getriebeinnere, ohne dass das Getriebe dafür vollständig zerlegt werden muss.

Unsere Getriebefachleute beurteilen die aufgenommenen Bilder und Videos im Zusammenhang mit Getriebebauart, Betriebsbedingungen und weiteren Befunden der Getriebeinspektion. Auffälligkeiten werden technisch eingeordnet und bei der Empfehlung für das weitere Vorgehen berücksichtigt.

Video Endoskopie von defekten Lagern in einem Getriebe im Rahmen einer Getriebeinspektion
Video Endoskopie von defekter Verzahnung in einem Getriebe im Rahmen einer Getriebeinspektion

Wann ist eine Getriebeendoskopie sinnvoll?

Eine Getriebeendoskopie ist sinnvoll, wenn der innere Zustand eines Industriegetriebes beurteilt werden soll und relevante Bereiche über vorhandene Inspektionsöffnungen nicht ausreichend einsehbar sind.

Typische Gründe für eine Videoendoskopie an einem Getriebe sind:

  • auffällige oder veränderte Betriebsgeräusche
  • Verdacht auf Schäden an Verzahnungen oder Lagern
  • metallischer Abrieb im Öl, Filter oder Magnetabscheider
  • unbekannter Zustand nach längerer Betriebszeit
  • regelmäßige Inspektion eines betriebskritischen Getriebes
  • Zustandsbeurteilung vor einem geplanten Anlagenstillstand
  • Kontrolle bereits bekannter Auffälligkeiten oder eines bekannten Schadensverlaufs

Die Endoskopie kann dabei als eigenständige Untersuchung oder als Bestandteil einer umfassenderen Getriebeinspektion eingesetzt werden.

Was kann bei einer Getriebeendoskopie untersucht werden?

Welche Bereiche endoskopisch erreicht werden können, hängt von der Konstruktion des Getriebes, den vorhandenen Öffnungen und der Einbausituation ab. Mit modernen Videoendoskopen können Bereiche untersucht werden, die bei einer normalen Sichtprüfung nicht oder nur eingeschränkt einsehbar sind.

Verzahnungen und Zahnflanken

Soweit konstruktiv erreichbar, werden Ritzel, Zahnräder und deren Zahnflanken betrachtet. Dabei achten unsere Getriebefachleute unter anderem auf sichtbare Oberflächenveränderungen, Beschädigungen sowie auffällige Lauf- und Tragbilder.

Gerade bei mehrstufigen Getrieben können Bereiche vorhanden sein, die über einen geöffneten Inspektionsdeckel nicht direkt einsehbar sind. Die Endoskopsonde erweitert hier den möglichen Sichtbereich.

Lager und schwer zugängliche Innenbereiche

Abhängig von Konstruktion und Zugänglichkeit können auch sichtbare Bereiche von Wälzlagern und Lagerstellen untersucht werden.

Zusätzlich lassen sich schwer einsehbare Bereiche hinter Verzahnungsstufen, in Hohlräumen oder an anderen von der Inspektionsöffnung aus nicht direkt sichtbaren Stellen betrachten.

Nicht jedes Lager und nicht jeder Zahneingriff eines eingebauten Getriebes ist endoskopisch erreichbar. Die Zugänglichkeit wird deshalb für jedes Getriebe individuell beurteilt.

Getriebeendoskopie im Rahmen einer von momac vor Ort durchgeführten Getriebeinspektion zur frühen Erkennung von beginnenden Getriebeschäden

Getriebeendoskopie als Teil der Getriebeinspektion

Die Getriebeendoskopie ergänzt die äußere und innere Sichtprüfung eines Industriegetriebes. Sie kommt insbesondere dort zum Einsatz, wo Verzahnungen, Lager oder weitere Innenbereiche über vorhandene Inspektionsöffnungen nicht ausreichend einsehbar sind.

Die endoskopischen Befunde werden gemeinsam mit den übrigen Ergebnissen der Getriebeinspektion beurteilt. So entsteht eine belastbare Grundlage für die Zustandsbeurteilung und die Entscheidung über das weitere Vorgehen.

Ablauf einer Getriebeendoskopie vor Ort

Bereits vor dem Einsatz stimmen wir ab, welches Getriebe untersucht werden soll, welche Auffälligkeiten bekannt sind und welche Zugänge zum Getriebeinneren vorhanden sind.

1. Vorbereitung

Wir klären Getriebetyp, Hersteller, Anwendung, Betriebsbedingungen und den Anlass der Untersuchung. Fotos, Typenschilddaten, Zeichnungen oder frühere Befundberichte helfen bei der Vorbereitung des Einsatzes.

2. Zugang zum Getriebe

Nach dem sicheren Stillsetzen werden vorhandene Schauloch-, Wartungs- oder Inspektionsöffnungen genutzt. Je nach Konstruktion, Ölstand und Prüfbereich kann es erforderlich sein, einen Teil oder das gesamte Getriebeöl abzulassen.

3. Endoskopische Untersuchung

Die Endoskopsonde wird über geeignete Öffnungen in das Getriebe eingeführt. Verzahnungen, Lagerbereiche und weitere erreichbare Innenbereiche werden systematisch betrachtet. Relevante Befunde werden als Bild oder Video dokumentiert.

4. Beurteilung

Die Aufnahmen werden von unseren Getriebefachleuten technisch beurteilt. Daraus ergeben sich bei Bedarf Empfehlungen für Weiterbetrieb, erneute Kontrolle, Reparatur oder Instandsetzung.

Welche Schäden und Auffälligkeiten können sichtbar werden?

Eine Getriebeendoskopie kann sichtbare Veränderungen und Schäden an den erreichbaren Bauteilen zeigen. Welche Befunde tatsächlich erkennbar sind, hängt von Schadensart, Lage, Beleuchtung, Zugänglichkeit und Getriebekonstruktion ab.

Typische Auffälligkeiten sind beispielsweise:

  • beschädigte oder auffällige Zahnflanken
  • ungleichmäßige Lauf- und Tragbilder
  • Oberflächenveränderungen an Verzahnungen
  • Ausbrüche oder andere sichtbare Beschädigungen
  • Auffälligkeiten an erreichbaren Lagerbereichen
  • metallischer Abrieb und Ablagerungen
  • Verunreinigungen im Getriebeinneren
  • sichtbare Hinweise auf Schmierungsprobleme
  • Fremdkörper oder lose Bestandteile

Nicht jede Schadensursache lässt sich allein anhand einer endoskopischen Aufnahme sicher bestimmen. Deshalb werden sichtbare Auffälligkeiten im Zusammenhang mit Getriebe, Betriebsbedingungen und weiteren Inspektionsbefunden beurteilt.

Vom endoskopischen Befund zur Handlungsempfehlung

Relevante Auffälligkeiten werden mit Bild- und Videoaufnahmen dokumentiert und technisch beurteilt. Entscheidend ist dabei nicht allein, was sichtbar ist, sondern welche Konsequenz sich daraus für den weiteren Betrieb des Getriebes ergibt.

Je nach Befund kann die Empfehlung beispielsweise lauten:

  • Weiterbetrieb ohne unmittelbar erforderliche Maßnahme
  • Weiterbetrieb mit erneuter Kontrolle nach einem festgelegten Zeitraum
  • gezielte Wartungsmaßnahme
  • Reparatur einzelner Komponenten direkt vor Ort
  • Vorbereitung einer geplanten Instandsetzung
  • kurzfristige Instandsetzung bei einem kritischen Schadensbild

Damit erhalten Sie eine technische Entscheidungsgrundlage für Ihre weitere Instandhaltungsplanung.

Was passiert, wenn ein Schaden erkannt wird?

Wird bei der Endoskopie ein reparaturbedürftiger Schaden festgestellt, prüfen wir den technisch sinnvollen nächsten Schritt.

Abhängig von Getriebe, Schadensbild und Zugänglichkeit können bestimmte Lager-, Dichtungs- oder andere mechanische Arbeiten direkt beim Betreiber durchgeführt werden.

Ist eine weitergehende Zerlegung, mechanische Bearbeitung oder Erneuerung von Verzahnungsteilen erforderlich, kann die Instandsetzung in unserem Werk in Moers vorbereitet werden.

Getriebeendoskopie bei älteren Industriegetrieben

Bei älteren Industriegetrieben ist der tatsächliche innere Zustand häufig nicht vollständig bekannt. Gleichzeitig sind Originalzeichnungen oder Ersatzteillisten teilweise nicht mehr verfügbar und Ersatzgetriebe nicht kurzfristig zu beschaffen.

Eine endoskopische Untersuchung kann helfen, sichtbare Veränderungen an Verzahnungen, Lagerbereichen und weiteren zugänglichen Komponenten frühzeitig festzustellen.

Sind benötigte Ersatzteile nicht mehr erhältlich, können abhängig vom Bauteil vorhandene Komponenten vermessen und im Rahmen einer späteren Instandsetzung technisch rekonstruiert beziehungsweise neu gefertigt werden. So können notwendige Maßnahmen vorbereitet werden, bevor ein ungeplanter Ausfall die Handlungsmöglichkeiten einschränkt.

Getriebeendoskopie an unterschiedlichen Industriegetrieben – herstellerunabhängig

Wir führen endoskopische Untersuchungen herstellerunabhängig an unterschiedlichen Bauarten und Anwendungen von Industriegetrieben durch.
Dazu gehören unter anderem Stirnrad-, Kegelrad- und Planetengetriebe sowie Extruder-, Kran-, Walzwerks-, Rollgang-, Pressen- und Sondergetriebe.

Insbesondere bei mehrstufigen oder konstruktiv schwer einsehbaren Getrieben kann die Endoskopie die normale Sichtprüfung sinnvoll erweitern. Ob alle Bereiche im Getriebe untersucht werden können, hängt von Konstruktion und Zugänglichkeit ab.

Getriebeendoskopie oder Online-Getriebeüberwachung?

Eine Getriebeendoskopie beurteilt den sichtbaren Zustand zugänglicher Bereiche zu einem bestimmten Zeitpunkt. Sie eignet sich für geplante Inspektionen und die Untersuchung konkreter Auffälligkeiten.

Bei besonders betriebskritischen Getrieben kann zusätzlich eine kontinuierliche Online-Überwachung sinnvoll sein. Mit MetalSCAN können bei geeigneten ölumlaufgeschmierten Getrieben metallische Verschleißpartikel im Schmieröl kontinuierlich erfasst werden.

Endoskopie und Online-Überwachung erfüllen damit unterschiedliche Aufgaben und können sich bei der zustandsorientierten Instandhaltung ergänzen.

Getriebeendoskopie bei Ihnen vor Ort

Die Untersuchung erfolgt direkt am eingebauten Getriebe bei Ihnen vor Ort.

Unser Hauptstandort befindet sich in Moers in Nordrhein-Westfalen.
Von hier aus koordinieren wir Getriebeinspektionen und Endoskopieeinsätze bei Industriekunden in Deutschland und projektabhängig darüber hinaus.

Über unsere Vertriebsniederlassung in München betreuen wir insbesondere Kunden in Süddeutschland sowie in Österreich und der Schweiz.

Häufige Fragen zur Getriebeendoskopie

Kann ein Getriebe endoskopiert werden, ohne es auszubauen?

Ja. Die Endoskopie ermöglicht die Untersuchung eines eingebauten Getriebes, ohne das komplette Getriebe auszubauen und vollständig zu zerlegen. Voraussetzung ist, dass technisch geeignete Zugänge zu den zu untersuchenden Bereichen vorhanden sind.

Muss für eine Getriebeendoskopie das Öl abgelassen werden?

Nicht grundsätzlich. Ob Öl abgelassen werden muss, hängt von Getriebebauart, Ölstand, vorhandener Zugangsöffnung und dem zu untersuchenden Bereich ab. Je nach Aufgabenstellung kann es erforderlich sein, einen Teil oder das gesamte Getriebeöl abzulassen.

Welche Bauteile können mit einem Videoendoskop untersucht werden?

Abhängig von Getriebekonstruktion und Zugänglichkeit können beispielsweise Zahnflanken, Zahnräder, Ritzel, sichtbare Lagerbereiche und weitere Innenbereiche untersucht werden. Nicht jeder Bereich eines eingebauten Getriebes ist endoskopisch erreichbar.

Kann eine Getriebeendoskopie einen Getriebeschaden erkennen?

Sichtbare Schäden und Verschleißmerkmale an den erreichbaren Bereichen können erkannt und dokumentiert werden. Ob sich daraus bereits eine eindeutige Schadensursache ableiten lässt, hängt vom jeweiligen Befund ab. Deshalb erfolgt die technische Beurteilung im Zusammenhang mit weiteren Informationen zum Getriebe und seinem Betrieb.

Was ist der Unterschied zwischen Getriebeinspektion und Getriebeendoskopie?

Die Getriebeinspektion umfasst die gesamte Untersuchung und Zustandsbeurteilung eines Industriegetriebes. Die Getriebeendoskopie ist ein spezielles Verfahren innerhalb dieser Inspektion, mit dem schwer zugängliche Bereiche des Getriebeinneren betrachtet werden.

Getriebeendoskopie anfragen

Unsere Getriebefachleute prüfen anhand Ihrer Angaben, wie die endoskopische Untersuchung sinnvoll vorbereitet werden kann.

Hilfreich sind Angaben zu Hersteller, Getriebetyp, Anwendung, Standort und bekannten Auffälligkeiten sowie – soweit vorhanden – Fotos, Typenschilddaten oder technische Unterlagen.