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Kritische Industriegetriebe überwachen, bevor aus Verschleiß ein ungeplanter Ausfall wird

Bei produktionskritischen Industriegetrieben ist nicht erst der eingetretene Getriebeschaden das Problem. Entscheidend ist, Veränderungen früh genug zu erkennen, damit noch Zeit für Prüfung, Ersatzteilbeschaffung und eine geplante Instandsetzung bleibt.

Für die Zustandsüberwachung von Industriegetrieben stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung. Neben der bekannten Schwingungsmessung können unter anderem Temperatur, Schmierstoff, sichtbarer Zustand sowie metallischer Verschleiß wichtige Informationen über die Entwicklung eines Getriebes liefern.

Besonders interessant ist eine Möglichkeit, die in vielen Produktionsbetrieben deutlich weniger bekannt ist: Bei ölumlaufgeschmierten Getrieben können metallische Verschleißpartikel im Ölstrom kontinuierlich erfasst werden. Damit lässt sich die Entwicklung des mechanischen Verschleißes online überwachen, ohne die Getriebeüberwachung ausschließlich auf Schwingungsdaten zu stützen.

Warum Getriebe überwachen?

Die Zustandsüberwachung beziehungsweise das Condition Monitoring (CMS) von Industriegetrieben kann periodisch oder kontinuierlich erfolgen.

Nicht jedes Industriegetriebe benötigt eine permanente Online-Überwachung. Besonders kritisch sind Getriebe, deren Ausfall eine komplette Produktionslinie oder Anlage zum Stillstand bringt und für die kein kurzfristig verfügbares Ersatzgetriebe vorhanden ist. Das betrifft insbesondere ältere Industriegetriebe und Sondergetriebe ohne kurzfristig verfügbaren Ersatz, zentrale Antriebe innerhalb einer Produktionslinie sowie Getriebe, bei denen Ersatzteile, Verzahnungsteile oder ein Ersatzgetriebe lange Beschaffungszeiten haben.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur, wie wahrscheinlich ein Getriebeschaden ist.
Ebenso wichtig ist die Frage, welche Folgen ein ungeplanter Ausfall dieses Getriebes für die Produktion hätte.

Wenn das Getriebe heute unauffällig läuft

Ein äußerlich unauffälliges Industriegetriebe kann über längere Zeit störungsfrei laufen. Geräusche, Temperatur und äußere Sichtprüfung liefern jedoch nicht in jeder Situation ausreichend Informationen darüber, wie sich Lager, Verzahnungen und andere belastete Bauteile im Inneren entwickeln.

Gerade bei betriebskritischen Getrieben ist deshalb wichtig zu wissen, ob Veränderungen erkannt werden können, bevor deutliche Symptome oder ein Ausfall auftreten.

Frühe Information schafft Reaktionszeit

Wird eine auffällige Entwicklung rechtzeitig erkannt, können weitere Untersuchungen geplant, Ersatzteile beschafft und notwendige Arbeiten vorbereitet werden.

Das Ziel einer Getriebeüberwachung ist damit nicht, möglichst viele Messdaten zu sammeln. Sie soll der Instandhaltung eine belastbare Grundlage geben, um rechtzeitig zu entscheiden, ob weiter beobachtet, genauer untersucht oder eine Reparatur beziehungsweise Instandsetzung vorbereitet werden sollte.

Wie lassen sich beginnende Getriebeschäden erkennen?

Ein beginnender Schaden oder zunehmender Verschleiß kann sich je nach Schadensart auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen. Deshalb gibt es nicht nur eine einzige Methode zur Zustandsüberwachung von Industriegetrieben.

Untersucht beziehungsweise überwacht werden können unter anderem:

  • Schwingungen
  • Temperaturen
  • Betriebsgeräusche
  • Zustand des Getriebeöls
  • sichtbare Lager- und Verzahnungsbereiche
  • metallischer Abrieb im Getriebeöl

Welche Methode sinnvoll ist, hängt vom Getriebe, der Schmierung, den Betriebsbedingungen, der Anlagenkritikalität und vor allem von der Frage ab, welche Information benötigt wird.

Lagerschaden - Video Endoskopie von defekten Lagern in einem Getriebe im Rahmen einer Getriebeinspektion

Schwingungsmessung und Schwingungsanalyse

Die Schwingungsmessung ist ein etabliertes Verfahren zur Zustandsüberwachung rotierender Maschinen. Veränderungen charakteristischer Schwingungen und Frequenzen können Hinweise auf Lager-, Verzahnungs-, Unwucht-, Ausrichtungs- oder andere mechanische Probleme geben.

Für eine detaillierte Diagnose müssen Messung und Auswertung zur jeweiligen Maschine und ihren Betriebsbedingungen passen. Bei wechselnden Drehzahlen, Lastzuständen oder komplexen Antriebssträngen kann die Bewertung entsprechend anspruchsvoller werden.

Schwingungsanalyse ist deshalb ein wichtiges Diagnoseverfahren – aber nicht die einzige Möglichkeit der Getriebeüberwachung.

Ölanalyse und Schmierstoffüberwachung

Eine Ölanalyse kann Informationen über den Zustand des Schmierstoffs, Verunreinigungen und vorhandene Verschleißmerkmale liefern. Je nach Untersuchungsumfang lassen sich unter anderem Veränderungen des Öls sowie unterschiedliche Verschleißbestandteile beurteilen.

Die Laboranalyse ist eine punktuelle Untersuchung einer entnommenen Ölprobe. Sie kann für Zustandsbewertung und Trendverfolgung sehr wertvoll sein, bildet aber immer den Zustand der untersuchten Probe zum jeweiligen Entnahmezeitpunkt ab.

Getriebeinspektion und Videoendoskopie

Bei einer Getriebeinspektion wird der technische Zustand des Getriebes systematisch beurteilt. Neben dem äußeren Zustand können zugängliche Lager- und Verzahnungsbereiche über vorhandene Inspektionsöffnungen sowie mit einem Videoendoskop untersucht werden.

Inspektion und Endoskopie liefern eine direkte visuelle Zustandsbeurteilung. Sie sind besonders sinnvoll bei konkreten Auffälligkeiten, geplanten Stillständen sowie zur Überprüfung eines bereits bekannten oder vermuteten Schadens.

Periodische oder kontinuierliche Getriebeüberwachung?

Bei der periodischen Zustandsüberwachung wird das Getriebe in festgelegten Abständen untersucht, beispielsweise durch Inspektion, Ölprobe oder Offline-Schwingungsmessung. Zwischen zwei Untersuchungen liegen jedoch Zeiträume ohne neue Messinformationen.
Eine kontinuierliche Online-Getriebeüberwachung erfasst dagegen dauerhaft eine oder mehrere Zustandsgrößen und kann Veränderungen zwischen den Inspektionsintervallen sichtbar machen.
Welche Strategie sinnvoll ist, hängt vor allem von Anlagenkritikalität, Schadensfolgen und dem erforderlichen Vorwarnzeitraum ab.

Kontinuierliche Überwachung von Metallabrieb

Mechanischer Verschleiß an ölbenetzten Lagern und Verzahnungen kann Metallpartikel erzeugen, die bei Getrieben mit Ölumlaufschmierung im Ölstrom transportiert werden. Diese Partikel können kontinuierlich erfasst und als zusätzliche Zustandsgröße genutzt werden.

Getriebeüberwachung ist mehr als Schwingungsmessung

Bei Condition Monitoring von Industriegetrieben wird häufig zuerst an Schwingungsmessung gedacht. Das ist nachvollziehbar, denn die Schwingungsanalyse ist seit vielen Jahren ein wichtiges Verfahren zur Diagnose rotierender Maschinen. Ein Getriebeschaden hinterlässt jedoch nicht nur Veränderungen im Schwingungsverhalten.

Mechanischer Verschleiß kann zusätzlich metallische Partikel erzeugen. Diese Verschleißpartikel gelangen bei geeigneten ölumlaufgeschmierten Getrieben in den Ölstrom und können dort als weitere Zustandsgröße erfasst werden.

Damit stellt sich für die Getriebeüberwachung nicht nur die Frage, welche Schwingungen ein Getriebe erzeugt. Ebenso interessant ist, ob und wie sich der metallische Verschleiß im Getriebe verändert.

Online Getriebeüberwachung durch Partikelzählung im Öl - MetalSCANASUG ®, Bauer ®, Benseler®, Bockwoldt®, Bonfigioli ®, DBT®, Demag®, Dempewolf ®, Eickhoff®, Flender®, Hansen®, Hellwig & Offermann ®,Hueber Baacke ®, Jake® (Jahnel-Kestermann®), Kumera®, Lohmann & Stolterfoht®, Moventas® (Metso Drives®/Valmet®), Ostermann ®, Passavant®, Pekrun ®, PWH Weserhütte AG®,  Renk®, Rexroth®, Santasalo ®, August Seegers®, SAWA / Sauerwald®, SEW Eurodrive®, SIG®,  TGW (Thyssen Getriebewerke)®, P.I.V ®, Rossi®, Voith®, Walther Flender®, Wülfel®, WGW (Westdeutsche Getriebewerke) ®, ZAE®, ZF®, Zollern® (Dorstener®) u.a.

Metallpartikel im Getriebeöl kontinuierlich überwachen

Eine einzelne Ölprobe kann wichtige Informationen über den Zustand von Schmierstoff und Getriebe liefern. Für eine permanente Getriebeüberwachung ist jedoch besonders interessant, wie sich metallischer Abrieb während des laufenden Betriebs entwickelt.

Bei einem geeigneten Ölkreislauf kann ein Sensor so integriert werden, dass das umlaufende Getriebeöl die Messstelle kontinuierlich passiert. Entstehende metallische Verschleißpartikel können dadurch fortlaufend erfasst werden und müssen nicht erst bei der nächsten Ölprobenentnahme entdeckt werden.

Entscheidend ist dabei nicht ein einzelner Metallpartikel. Relevant ist die Entwicklung des metallischen Abriebs über die Zeit. Eine auffällige Veränderung kann Anlass geben, das Getriebe gezielt weiter zu untersuchen.

Schwingungsüberwachung oder Metallabriebüberwachung?

Schwingungsüberwachung und Metallabriebüberwachung messen unterschiedliche physikalische Größen und beantworten deshalb nicht exakt dieselbe Frage.
Die Schwingungsanalyse kann detaillierte Hinweise auf das dynamische Verhalten eines Getriebes liefern und bei der Diagnose beziehungsweise Eingrenzung von Fehlern eine wichtige Rolle spielen.

Die kontinuierliche Metallabriebüberwachung betrachtet dagegen metallische Verschleißpartikel, die im Schmieröl transportiert werden. Sie kann damit Hinweise darauf liefern, ob sich der mechanische Verschleiß im Getriebe verändert.

Die Frage sollte deshalb nicht pauschal lauten, welches Verfahren besser ist. Sinnvoller ist die Frage, welche Information für das konkrete Getriebe benötigt wird und welches Verfahren diese Information mit vertretbarem Aufwand liefert. Je nach Anlagenkritikalität, Getriebe und Aufgabenstellung können die Verfahren für unterschiedliche Fragestellungen oder ergänzend eingesetzt werden.

Wann ist eine Online-Getriebeüberwachung besonders interessant?

Eine kontinuierliche Zustandsüberwachung sollte insbesondere geprüft werden, wenn ein ungeplanter Getriebeausfall erhebliche betriebliche Folgen hätte.

Typische Situationen sind:

• produktionskritische Hauptantriebe
• Industriegetriebe ohne verfügbares Ersatzgetriebe
• ältere Sondergetriebe mit langen Ersatzteilbeschaffungszeiten
• Getriebe mit hohen Stillstands- oder Ausfallkosten
• schwer zugängliche oder nur mit großem Aufwand prüfbare Anlagen
• Getriebe, bei denen Reparaturen in geplante Stillstandsfenster integriert werden sollen

Entscheidend ist nicht allein der Wert des Getriebes. Relevant sind vor allem die Folgen, die sein ungeplanter Ausfall für die Produktion hätte.

Ältere Industriegetriebe gezielt überwachen

Gerade bei älteren Industriegetrieben ist der tatsächliche technische Zustand häufig nicht vollständig bekannt. Originalunterlagen können fehlen, Ersatzteile sind teilweise nicht mehr verfügbar und ein Ersatzgetriebe kann lange Lieferzeiten haben.

Eine passende Zustandsüberwachung kann hier zusätzliche Informationen über die Entwicklung des Getriebes liefern. Welche Methode technisch sinnvoll ist, hängt von Bauart, Schmierung, Betriebsbedingungen und vorhandenen Informationen ab.

Werden Veränderungen frühzeitig erkannt, bleibt mehr Zeit für eine gezielte Inspektion, technische Bewertung, Ersatzteilfertigung oder die Planung einer späteren Instandsetzung.

Von der Frühwarnung zur geplanten Instandhaltung

Der wirtschaftliche Nutzen einer Getriebeüberwachung entsteht nicht durch die Anzahl der Sensoren oder Messwerte. Entscheidend ist, ob eine auffällige Entwicklung früh genug erkannt wird, um noch gezielt reagieren zu können. Wird eine Veränderung festgestellt, sollte nicht automatisch von einem unmittelbar bevorstehenden Ausfall ausgegangen werden. Zunächst muss der Befund technisch eingeordnet und abhängig von Situation und Anlagenkritikalität durch geeignete Untersuchungen ergänzt werden. So erhalten Sie sehr früh eine belastbare Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen.

1. Veränderung erkennen

Eine kontinuierliche Überwachung oder regelmäßige Zustandskontrolle zeigt eine auffällige Entwicklung am Getriebe.

2. Befund bewerten

Messwerte, Betriebsbedingungen und vorhandene Informationen werden technisch eingeordnet. Daraus ergibt sich, ob weiterer Prüfbedarf besteht.

3. Ursache untersuchen

Je nach Befund können Getriebeinspektion, Videoendoskopie, Ölanalyse, Schwingungsanalyse oder weitere Untersuchungen eingesetzt werden.

4. Maßnahme planen

Notwendige Ersatzteile, Reparaturen oder eine Instandsetzung können vorbereitet und nach Möglichkeit in ein geplantes Stillstandsfenster gelegt werden.

Was passiert, wenn sich ein Getriebeschaden abzeichnet?

Eine auffällige Entwicklung ist zunächst ein Signal für eine gezielte technische Untersuchung. Abhängig von Befund und Zugänglichkeit kann das Getriebe direkt vor Ort inspiziert und endoskopisch untersucht werden.

Zeigt sich ein reparaturbedürftiger Schaden, prüfen wir, ob eine Reparatur am eingebauten Getriebe technisch sinnvoll möglich ist oder eine weitergehende Instandsetzung vorbereitet werden sollte.

Sind benötigte Verzahnungs- oder andere Bauteile nicht mehr verfügbar, können vorhandene Komponenten abhängig vom Bauteil vermessen, technisch rekonstruiert und neu gefertigt werden.

Das eigentliche Ziel: Reaktionszeit gewinnen

Für Instandhaltung und Produktion ist vor allem die Zeit zwischen einer erkannten Veränderung und einer notwendigen Maßnahme wertvoll. Diese Reaktionszeit kann genutzt werden, um:

  • den Getriebezustand gezielt weiter zu untersuchen,
  • Ersatzteile oder Verzahnungsteile zu beschaffen,
  • Personal, Hebezeuge und externe Leistungen zu planen,
  • Produktionsabläufe auf einen Stillstand vorzubereiten,
  • eine notwendige Reparatur oder Instandsetzung möglichst in ein geplantes Zeitfenster zu legen.

So wird aus einer unerwarteten Störung eine planbare Instandhaltungsmaßnahme!

Online-Getriebeüberwachung mit MetalSCAN

Für die kontinuierliche Überwachung metallischer Verschleißpartikel in geeigneten ölumlaufgeschmierten Getrieben empfehlen wir MetalSCAN.
MetalSCAN wird in den Ölkreislauf integriert und erfasst metallische Verschleißpartikel im laufenden Schmieröl. Damit kann die Entwicklung des Metallabriebs kontinuierlich beobachtet werden.

Das System verfolgt einen anderen Ansatz als eine Schwingungsüberwachung. Überwacht wird der metallische Verschleiß, der mit dem Schmieröl durch die Messstelle transportiert wird. MetalSCAN ersetzt deshalb nicht automatisch jede andere Form der Zustandsdiagnose. Zeigt sich eine auffällige Entwicklung, kann anschließend gezielt entschieden werden, welche weiterführende Diagnose oder Instandhaltungsmaßnahme sinnvoll ist.

MetalSCAN 3500, Sensor zur online Überwachung von ölumlaufgeschmierten Getrieben, zuverlässige und preiswerte Getriebeüberwachung, Condition Monitoring (Zustandsüberwachung) für Getriebe ohne aufwendige Auswertungen und notwendige Expertenkenntnisse.

Häufige Fragen zur Getriebeüberwachung

Wie kann man ein Getriebe überwachen?

Für Getriebe stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem Schwingungsmessung (online und offline), Temperaturüberwachung, Ölanalyse, Getriebeinspektion mit Videoendoskopie sowie die kontinuierliche Überwachung metallischer Verschleißpartikel im Schmieröl.

Wie lassen sich beginnende Getriebeschäden früh erkennen?

Beginnende Schäden können je nach Schadensart Veränderungen bei Schwingungen, Temperaturen, Geräuschen, Schmierstoff oder metallischem Abrieb verursachen. Eine möglichst frühe Schadenserkennung basiert deshalb auf der zum Getriebe passenden Zustandsüberwachung. Bei kritischen Getrieben können mehrere Verfahren miteinander kombiniert werden.

Ist Schwingungsmessung die einzige Möglichkeit zur Getriebeüberwachung?

Nein. Schwingungsanalyse ist ein etabliertes und wichtiges Verfahren, aber nicht die einzige Möglichkeit. Auch Ölanalyse, Temperaturüberwachung, visuelle Inspektion, Videoendoskopie und die kontinuierliche Erfassung metallischer Verschleißpartikel liefern Informationen über den Zustand eines Industriegetriebes.

Kann man ein Getriebe über das Getriebeöl überwachen?

Ja. Das Getriebeöl liefert Informationen über Schmierstoffzustand, Verunreinigungen und Verschleiß. Neben der periodischen Laboranalyse einer Ölprobe können bei ölumlaufgeschmierten Getrieben metallische Verschleißpartikel kontinuierlich im Ölstrom überwacht werden.

Was bedeuten Metallpartikel im Getriebeöl?

Metallische Partikel können durch mechanischen Verschleiß an ölbenetzten Bauteilen wie Lagern und Verzahnungen entstehen. Ein einzelner Partikel ist noch keine ausreichende Schadensdiagnose. Für die Zustandsüberwachung ist insbesondere interessant, wie sich der metallische Abrieb im Zeitverlauf entwickelt und ob sich eine auffällige Veränderung zeigt.

Was ist der Unterschied zwischen Ölanalyse und Online-Metallabriebüberwachung?

Bei einer klassischen Ölanalyse wird einmalig oder zyklisch eine Ölprobe entnommen und im Labor untersucht. Eine Online-Metallabriebüberwachung erfasst metallische Verschleißpartikel dagegen fortlaufend im Ölstrom. Beide Verfahren erfüllen unterschiedliche Aufgaben und ergänzen sich gut bei der Zustandsbeurteilung.

Wann lohnt sich eine permanente Getriebeüberwachung?

Eine permanente Überwachung sollte insbesondere bei produktionskritischen Getrieben geprüft werden, wenn ein ungeplanter Ausfall hohe Stillstandskosten verursachen würde, kein kurzfristig verfügbares Ersatzgetriebe vorhanden ist oder Ersatzteile und Reparaturen lange Vorlaufzeiten benötigen. Eine permanente Getriebeüberwachung kann sich insbesondere bei Anlagen mit hohen Stillstandskosten wirtschaftlich schnell rechnen. Entscheidend sind dabei die möglichen Produktionsausfallkosten, die Reparaturdauer, die Ersatzteilverfügbarkeit und die Wahrscheinlichkeit, durch eine frühzeitige Schadenserkennung zusätzliche Folgeschäden zu vermeiden.

Kann eine Getriebeüberwachung bei bestehenden Industriegetrieben nachgerüstet werden?

Ja. Welche Verfahren nachträglich eingesetzt werden können, hängt von Getriebe, Schmierung, Einbausituation und vorhandenen Anschlüssen ab. Bei ölumlaufgeschmierten Getrieben kann beispielsweise geprüft werden, ob eine kontinuierliche Metallabriebüberwachung in den bestehenden Ölkreislauf oder über einen separaten Nebenstrom integriert werden kann.

Ersetzt MetalSCAN eine Schwingungsanalyse?

Nicht grundsätzlich. MetalSCAN und Schwingungsanalyse betrachten unterschiedliche Zustandsgrößen. MetalSCAN überwacht metallische Verschleißpartikel im Ölstrom, während eine Schwingungsanalyse das dynamische Verhalten des Getriebes untersucht. Abhängig von Aufgabenstellung und Anlagenkritikalität können beide Verfahren einzeln oder ergänzend eingesetzt werden.

Was passiert, wenn die Online-Getriebeüberwachung eine Auffälligkeit zeigt?

Eine auffällige Entwicklung sollte technisch bewertet werden. Je nach Situation können anschließend eine Getriebeinspektion, Videoendoskopie, Ölanalyse, Schwingungsanalyse oder weitere Prüfungen sinnvoll sein. Auf Grundlage dieser Ergebnisse kann entschieden werden, ob ein Weiterbetrieb vertretbar ist oder eine Reparatur beziehungsweise Instandsetzung vorbereitet werden sollte.

Getriebeüberwachung für Ihr Industriegetriebe prüfen lassen

Sie möchten wissen, wie Ihr betriebskritisches Industriegetriebe sinnvoll überwacht werden kann oder ob sich eine kontinuierliche Metallabriebüberwachung für Ihre Anwendung eignet?

Senden Sie uns Hersteller, Getriebetyp, Anwendung, Standort und – soweit vorhanden – Angaben zur Schmierung beziehungsweise zum Ölkreislauf sowie Fotos, Typenschilddaten oder technische Unterlagen. Unsere Getriebefachleute prüfen, welche Form der Zustandsüberwachung für die konkrete Anwendung technisch sinnvoll ist.