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Metallabrieb im Getriebeöl – Verschleiß online erkennen

Wenn Lager oder Verzahnungen eines Industriegetriebes verschleißen, entsteht metallischer Abrieb. Die Metallpartikel gelangen in das Getriebeöl – oft lange bevor ein Schaden von außen deutlich erkennbar wird.

Metallpartikel im Getriebeöl sind deshalb ein wichtiger Hinweis auf beginnenden Verschleiß. Sie bedeuten aber nicht automatisch, dass das Getriebe unmittelbar vor dem Ausfall steht. Entscheidend ist vor allem, wie viele Partikel auftreten, welche Größe sie haben und wie sich die Partikelmenge während des weiteren Betriebs entwickelt.

Genau hier liegt der Vorteil einer Online-Metallpartikelüberwachung: Statt nur einzelne Ölproben zu untersuchen, kann die Entwicklung des metallischen Abriebs im laufenden Betrieb verfolgt werden.

International wird dieses Verfahren häufig als Wear Debris Monitoring oder Oil Debris Monitoring bezeichnet.

Bei ölumlaufgeschmierten Industriegetrieben lässt sich der Metallabrieb mit geeigneten Sensoren direkt im Ölkreislauf online überwachen.

Wie entstehen Metallpartikel im Getriebeöl?

In einem Industriegetriebe übertragen Verzahnungen hohe Kräfte über vergleichsweise kleine Kontaktflächen. Gleichzeitig werden Lager, Wellen und weitere Bauteile mechanisch beansprucht. Durch Reibung, Oberflächenbeanspruchung und Verschleiß lösen sich kleinste Materialbestandteile von metallischen Bauteilen und gelangen in das Schmieröl. Metallischer Abrieb entsteht beispielsweise an:

  • Zahnflanken,
  • Wälzlagern und Lagerlaufbahnen,
  • Lagerkäfigen,
  • Lagersitzen an Wellen und Gehäusen, und
  • weiteren metallischen Kontaktstellen im Getriebe

Normaler Abrieb oder beginnender Getriebeschaden?

Nicht jeder Metallpartikel bedeutet einen kritischen Getriebeschaden. Nach einer Instandsetzung, bei neuen Komponenten oder nach nicht vollständig entfernten Verunreinigungen im Getriebe können erhöhte Partikelzahlen auftreten. Auch bei Wartungsarbeiten können metallische Verunreinigungen in ein geöffnetes Getriebe gelangen.

Anders sieht es aus, wenn die Partikelmenge ohne erklärbaren äußeren Anlass weiter steigt. Eine zunehmende Anzahl beziehungsweise Masse metallischer Verschleißpartikel ist ein starker Hinweis darauf, dass sich der mechanische Zustand des Getriebes verändert.

Im Betrieb zählt vor allem der Trend

Eine einzelne Partikelmessung sagt wenig darüber aus, wie sich ein Getriebe entwickelt. Interessant wird der Verlauf:

  • Steigt die Partikelzahl langsam an?
  • Nimmt die Partikelzahl innerhalb kurzer Zeit deutlich zu?
  • Hat sich Last oder Betriebsweise verändert?
  • Wurde das Getriebe kürzlich repariert oder das Öl gewechselt?
  • Treten gleichzeitig Geräusche, Temperaturen oder andere Auffälligkeiten auf?

Was verraten Metallpartikel über den Getriebezustand?

Schwingungsmessung, Temperaturüberwachung und Metallabrieb betrachten unterschiedliche Auswirkungen eines sich entwickelnden Getriebeschadens. Eine Schwingungsanalyse untersucht das dynamische Verhalten der Maschine. Eine Temperaturmessung zeigt thermische Veränderungen. Metallische Verschleißpartikel sind dagegen Material, das direkt von metallischen Bauteilen des Getriebes stammt. Damit liefert die Online-Partikelzählung eine andere Information: Entsteht im Getriebe metallischer Abrieb, der auf einen beginnenden Getriebeschaden hinweist?

Es wird somit direkt der metallische Verschleiß und seine Entwicklung gemessen – nicht nur dessen Auswirkungen auf Schwingungen oder Temperatur.

Metallabrieb an Verzahnungen

Zahnflanken von Industriegetrieben sind hohen Flächenpressungen und wechselnden Belastungen ausgesetzt. Verschleiß und beginnende Oberflächenschäden erzeugen metallischen Abrieb, der in das Getriebeöl gelangt. Steigt die Partikelrate, sollten Verzahnungen und Lager gezielt untersucht werden. Ohne das Getriebe demontieren zu müssen, können zugängliche Lager und Zahnflanken über Inspektionsöffnungen oder mit einem Videoendoskop beurteilt werden.

Metallabrieb an Lagern

Auch Schäden und Verschleiß an Wälzlagern können metallische Partikel erzeugen. Betroffen sein können beispielsweise Laufbahnen, Wälzkörper oder Lagerkäfige. Bei auffälligem Metallabrieb helfen je nach Getriebe Videoendoskopie, Ölanalyse und gegebenenfalls Schwingungsanalyse dabei, die Ursache weiter einzugrenzen.

Metallpartikel sind nicht dasselbe wie allgemeine Ölverschmutzung

Bei der Untersuchung von Getriebeöl im Labor werden unterschiedliche Partikelarten betrachtet. Staub, Schmutz und andere Verunreinigungen können von außen in das Schmiersystem gelangen und die Ölreinheit verschlechtern. Metallische Partikel entstehen dagegen im Getriebe durch Materialabtrag im Betrieb. Überwachung der Ölreinheit durch optische Partikelzählung und die Überwachung des metallischen Abriebs im Getriebe haben daher unterschiedliche Ziele.

Eine hohe allgemeine Verschmutzung des Öls ist nicht automatisch ein Getriebeschaden. Eine schnell oder kontinuierlich steigende Anzahl metallischer Partikel ist dagegen ein starkes Anzeichen für einen sich entwickelnden mechanischen Schaden.

Dahinter steht eine einfache und bewusst zugespitzte Formel:

Keine Metallpartikel – kein Getriebeschaden!

Steigende Anzahl Metallpartikel = sich entwickelnder Getriebeschaden!

Ölanalyse im Labor

Bei einer klassischen Ölanalyse wird eine repräsentative Ölprobe entnommen und im Labor untersucht. Je nach Analyseumfang werden beispielsweise Metalle, Wasser, Viskosität, Oxidation und Verunreinigungen bestimmt. Das Labor liefert damit ein breites Bild des Schmierstoffzustands und Hinweise auf Verschleißvorgänge. Die Analyse beschreibt jedoch immer die Ölprobe, die zu einem bestimmten Zeitpunkt entnommen wurde.

Online-Metallabriebüberwachung

Bei der Online-Partikelzählung sitzt der Partikelsensor direkt im Ölkreislauf. Das umlaufende Getriebeöl fließt durch den Sensor. Metallische Verschleißpartikel werden fortlaufend erfasst und gezählt. Damit entsteht keine einzelne Momentaufnahme, sondern ein Trend über Tage, Wochen und Monate.

Das Labor untersucht das Öl. Der Online-Sensor beobachtet, ob während des Betriebs zunehmend metallische Partikel entstehen.
Beide Verfahren haben unterschiedliche Aufgaben und ergänzen sich ideal.

Ölprobe oder Online-Überwachung – wo liegt der Unterschied?

Regelmäßige Ölanalysen sind für die Beurteilung von Getriebe und Schmierstoff wichtig, und stellen auch die Anzahl der zum Entnahmezeitpunkt im Öl enthaltenen Metallpartikel fest. Zwischen zwei Ölproben liegen jedoch häufig Monate oder Jahre. Was in dieser Zeit im Getriebe passiert, zeigt erst die nächste Probe.

Bei einer Online-Metallpartikelüberwachung läuft die Messung dagegen kontinuierlich am Getriebe. Beginnt die Partikelrate anzusteigen, wird diese Veränderung direkt im Trend sichtbar. Gerade bei besonders produktionsrelevanten Industriegetrieben schafft diese zusätzliche Information wertvolle Reaktionszeit.

1. Verschleiß entsteht

An Verzahnungen und Lagern entsteht nach längerem Betrieb oder bei beginnenden Getriebeschäden Materialabtrag. Lager werden auf eine Lebensdauer von ca. 40.000 Stunden im Lastbetrieb ausgelegt.

2. Partikel gelangen ins Öl

Gegen Ende der Lager- oder Verzahnungslebensdauer, oder bei auftretenden Getriebeschäden gelangen die Metallpartikel dann über das Schmieröl in den Ölkreislauf.

3. Online erfassen

Der vor dem Ölfilter installierte Partikelsensor zählt die metallischen Partikel und zeigt, wie sich der Abrieb während des Betriebs entwickelt.

4. Ursache untersuchen

Steigt die Partikelrate auffällig an, wird das Getriebe gezielt untersucht und der weitere Handlungsbedarf bewertet.

Wann lohnt sich eine Online-Partikelüberwachung?

Eine Online-Überwachung eines Industriegetriebes ist vor allem dort interessant, wo ein plötzlicher Getriebeausfall hohe Betriebsunterbrechungskosten oder Lieferschwierigkeiten verursachen kann.

Typische Anwendungen für Online-Partikelzählung sind:

  • besonders produktionskritische Industriegetriebe,
  • Getriebe ohne kurzfristig verfügbaren Ersatz, z.B. Sondergetriebe,
  • Getriebe mit langen Ersatzteil-Lieferzeiten,
  • Getriebe, deren Reparatur in geplante Stillstandsfenster gelegt werden soll,
  • Anlagen, bei denen zwischen Inspektionen eine laufende Zustandsinformation benötigt wird,
  • Getriebe mit bekanntem Schaden, deren weiterer Verlauf überwacht werden soll.

Für den Instandhalter ist entscheidend: Kommt die Warnung früh genug, bleibt Zeit zum Handeln!

Metallpartikel online überwachen – mit MetalSCAN

Für die Online-Partikelzählung ölumlaufgeschmierter Industriegetriebe empfehlen wir MetalSCAN. Der MetalSCAN-Partikelsensor wird in den Ölkreislauf vor dem Filter integriert. MetalSCAN unterscheidet ferromagnetische und nichtferromagnetische Metallpartikel. Zusammen mit den konstruktiven Daten des Getriebes ergeben sich daraus zusätzliche Hinweise auf mögliche Verschleißquellen.

MetalSCAN ist keine Ölanalyse und keine Schwingungsmessung. Das System hat eine andere Aufgabe: metallischen Verschleiß früh erkennen und seine Entwicklung verfolgen.

Was tun, wenn die Zahl der Metallpartikel steigt?

Steigt die Partikelrate deutlich an, muss nicht automatisch sofort abgeschaltet werden. Zuerst sollte geklärt werden, wo der Abrieb entsteht und wie schnell sich der Zustand verändert.

Wir empfehlen dann:

  • Partikeltrend und Betriebsbedingungen prüfen,
  • Ölfilter und Magnetabscheider kontrollieren,
  • Lager und Verzahnungen untersuchen, z.B. eine Videoendoskopie durchführen,
  • bei Bedarf eine Ölprobe analysieren lassen,
  • den weiteren Partikeltrend beobachten,
  • notwendige Reparaturen oder eine Instandsetzung vorbereiten.

Die Online-Partikelüberwachung ist damit eine Art Alarmanlage. Sie zeigt, dass etwas passiert. 

Vom Partikelanstieg zur Getriebeinspektion

Wird zunehmender Metallabrieb festgestellt, sollte das Getriebe gezielt untersucht werden. Bei einer Getriebeinspektion können Schmierung, Filter sowie zugängliche Lager- und Verzahnungsbereiche geprüft werden.
Mit einem Videoendoskop lassen sich abhängig von der Getriebekonstruktion weitere Bereiche im Inneren beurteilen.

So wird aus dem Online-Warnsignal eine technische Zustandsbeurteilung.

Vorwarnzeit statt ungeplanter Stillstand

Bei einem produktionskritischen Getriebe zählt vor allem die gewonnene Zeit. Wird ein beginnender Schaden früh erkannt, können Ersatzteile mit langer Lieferzeit beschafft, Reparaturmöglichkeiten vor Ort geprüft und eine notwendige Getriebeinstandsetzung vorbereitet werden. Im besten Fall wird aus einem ungeplanten Getriebeausfall ein geplanter Eingriff im nächsten geeigneten Stillstandsfenster.

Aus der Störung wird eine geplante Instandsetzung.

Häufige Fragen zu Metallpartikeln und Online-Metallabriebüberwachung

Was bedeuten Metallpartikel im Getriebeöl?

Metallpartikel entstehen durch Materialabtrag an metallischen Bauteilen. Sie liefern Hinweise auf Verschleiß an Verzahnungen, Lagerungen oder anderen Komponenten. Einzelne Partikel reichen noch nicht für eine Schadensdiagnose aus. Besonders wichtig ist die Entwicklung der Partikelanzahl beziehungsweise Partikelmasse über die Zeit.

Sind Metallpartikel im Getriebeöl immer ein Zeichen für einen Schaden?

Ein gewisser metallischer Abrieb kann abhängig von Betriebsphase, vorausgegangener Instandsetzung oder Einlaufvorgängen auch ohne unmittelbar kritischen Schaden auftreten. Eine deutlich steigende Partikelrate sollte jedoch untersucht werden.

Kann eine Ölanalyse Metallabrieb erkennen?

Ja. Je nach Laborverfahren lassen sich Verschleißmetalle und weitere Hinweise auf metallischen Abrieb bestimmen. Die Ölanalyse untersucht jedoch eine entnommene Probe. Ein Online-Partikelsensor verfolgt die Entwicklung des Metallabriebs während des laufenden Betriebs.

Was ist der Unterschied zwischen Partikelzählung und Metallabriebüberwachung?

Eine allgemeine Partikelzählung wird häufig zur Beurteilung der Ölreinheit eingesetzt und kann auch nichtmetallische Verunreinigungen erfassen. Voraussetzung ist sehr klares Öl, was bei Industriegetrieben in der Regel nicht der Fall ist. Daher sind diese Partikelzähler in Hydraulikanlagen zu finden, an Getrieben aber nicht. Bei der Metallabriebüberwachung werden gezielt metallische Verschleißpartikel betrachtet. Der dabei eingesetzte induktive Metallpartikelsensor ist nicht auf die optische Transparenz des Öls angewiesen und kann deshalb auch bei sehr dunklem Getriebeöl eingesetzt werden.

Kann Metallabrieb im Getriebeöl online überwacht werden?

Ja. Bei ölumlaufgeschmierten Getrieben kann ein Metallpartikelsensor direkt in den Ölkreislauf integriert werden. Die durch den Sensor strömenden Metallpartikel werden während des Betriebs kontinuierlich erfasst. Bei Getrieben ohne vorhandene Umlaufschmierung kann ein separates Nebenstrom- oder Filteraggregat nachgerüstet werden, so dass auch diese Getriebe überwacht werden können.

Ersetzt die Online-Metallabriebüberwachung eine Ölanalyse?

Nein. Die Laboranalyse untersucht unter anderem Schmierstoffzustand, Wasser, Viskosität, Verunreinigungen und Verschleißmetalle. Die Online-Metallabriebüberwachung verfolgt dagegen kontinuierlich die Entwicklung metallischer Verschleißpartikel. Beide Verfahren ergänzen sich.

Ersetzt die Online-Metallabriebüberwachung eine Schwingungsanalyse?

Nicht grundsätzlich. Beide Verfahren erfassen unterschiedliche Zustandsgrößen. Die Schwingungsanalyse untersucht das dynamische Verhalten des Getriebes. Die Metallabriebüberwachung betrachtet den metallischen Verschleiß im Schmieröl. Bei besonders überwachungswürdigen Getrieben können beide Verfahren ergänzend eingesetzt werden. Die führenden Online-Schwingungsüberwachungen können die Signale des MetalSCAN-Sensors verarbeiten.

Was sollte man tun, wenn der Metallabrieb zunimmt?

Steigt die Partikelrate auffällig an, sollte die Ursache möglichst schnell untersucht werden. Dazu gehören insbesondere Getriebeinspektion mit Videoendoskopie der zugänglichen Lager- und Verzahnungsbereiche. Zusätzlich können eine Laboranalyse des Öls oder weitere Diagnoseverfahren sinnvoll sein.

Online-Metallabriebüberwachung für Ihr Industriegetriebe prüfen lassen

Sie möchten wissen, wie sich metallischer Verschleiß an einem Ihrer Industriegetriebe online überwachen lässt?
Senden Sie uns Hersteller, Getriebetyp, Anwendung und – soweit vorhanden – Informationen zur Schmierung und zum Ölkreislauf sowie Fotos, Typenschilddaten oder technische Unterlagen.

Unsere Technik prüft, wie eine MetalSCAN-Online-Partikelzählung in Ihre bestehende Anlage integriert werden kann.